Die Hauptstadt Havanna ist derzeit überschwemmt

Kuba wird 2019 nicht alle Schulden bedienen können

Samstag, 22. Dezember 2018 | 15:16 Uhr

Die Regierung der sozialistischen Karibikinsel Kuba hat Schwierigkeiten bei der Bedienung von Schulden eingeräumt. Kuba werde 2019 nicht allen seinen Verpflichtungen nachkommen können, sagte Wirtschaftsminister Alejandro Gil am Freitag im Parlament der Hauptstadt Havanna. Man werde aber einige Verbindlichkeiten bevorzugt bedienen, um den Import bestimmter Produkte zu garantieren.

Gil räumte ein, dass die Verschuldung des Landes hoch sei und im Alltag Spannungen erzeuge. 2017 hatte der sogenannte Pariser Club Havanna 8,5 Milliarden Dollar (7,45 Mrd. Euro) erlassen. Die Mitglieder des “Pariser Clubs”, darunter wichtige G-20-Staaten wie Deutschland, die USA, Japan, Frankreich, Großbritannien und Russland, haben vergleichbare Kreditregeln und verhandeln immer wieder miteinander größere Schuldennachlässe.

Der kubanischen Wirtschaft setzen unter anderem das Handelsembargo der USA und die Wirtschaftskrise in Venezuela zu. Das südamerikanische Land ist neben China der wichtigste Handelspartner und zugleich ein politischer Verbündeter Kubas. Seit April regiert Präsident Miguel Diaz-Canel die Insel – erstmals seit der Kubanischen Revolution von 1959 steht damit kein Castro mehr an der Spitze des Staates.

2010 hatte Raul Castro Reformen unternommen, um neben dem Staatsmonopol in den Schlüsselindustrien auch Kleinunternehmern Geschäftsmöglichkeiten einzuräumen. Politisch ringt das Land derzeit um eine Verfassungsreform. Am Freitag wurde bekannt, dass das Streben nach einer kommunistischen Gesellschaft entgegen einem ersten Entwurf doch in den künftigen Verfassungstext aufgenommen wird.

Von: APA/dpa