Der Kunststoffkonzern Greiner ist breit aufgestellt

Kunststoffkonzern Greiner will verlorenes Geschäft nachholen

Montag, 11. Mai 2020 | 08:05 Uhr

Der Kunststoffkonzern Greiner mit Sitz in Kremsmünster (OÖ) hat seinen Umsatz 2019 um 3 Prozent auf 1,68 Mrd. (2018: 1,63 Mrd.) Euro gesteigert. Auch wenn man 2021 die Auswirkungen der Krise noch deutlich spüren werde, ist CEO Axel Kühner optimistisch, dass Greiner “den ganz großen Teil” des entgangenen Geschäfts wieder aufhole. Eine Prognose für heuer traut man sich aber noch nicht zu.

Die stärksten Sparten des Konzerns waren 2019 mit rund 690 Mio. Euro Umsatz Packaging und der Medizintechnik-Bereich Bio-One (509 Mio. Euro). Diese konnten auch ein Umsatzplus von 2 (Packaging) bzw. 8 Prozent (Bio-One) verbuchen, während Foam (401 Mio. Euro) und Extrusion (78 Mio. Euro) jeweils um 2 Prozent rückläufig waren. Bei Extrusion sei bereits im Vorjahr eine gewisse Zurückhaltung beim Kauf weltweit zu bemerken gewesen, erklärte Kühner, bei Foam ist der niedrigere Umsatz eher auf geringere Rohstoffpreise zurückzuführen, man habe deswegen nicht weniger Geschäft gemacht, betonte er. Ergebniszahlen nennt der Konzern traditionell nicht.

Heuer sei diese “Zweiteilung” noch viel deutlicher zu spüren, berichtete Kühner: Der Bereich Foam, der u.a. Bauteile für Pkw und Flugzeugsitze herstellt, und die Technologie-Sparte Extrusion, spüren die Corona-Krise direkt, bereiten sich aber derzeit auf das Wiederanlaufen des Geschäftes vor. Beide Bereiche haben Kurzarbeit. Packaging und Bio-One nicht. Deren Produkte sind momentan gefragt, sie sind besser ausgelastet als die anderen beiden Sparten.

Bio-One, das sich im Vorjahr auch aufgrund einiger neuer Produkte gut entwickelt hat, spüre nun zwar auf der einen Seite einen zwischenzeitlichen Nachfragerückgang, der auf die Schließung der Ordinationen und den Notbetrieb in den Krankenhäusern zurückzuführen sei, so Kühner. Andererseits sei die Nachfrage nach Produkten im Zusammenhang mit Covid-19 – etwa Röhrchen für Tests, Abstrichbestecke, Masken, Faceshields etc. – stark gestiegen. “Aber wir wissen noch nicht, wie sich diese beiden Effekte über das Jahr verhalten werden”, kann er noch nicht abschätzen, wie sich das aktuelle Geschäftsjahr für Bio-One entwickeln wird.

Packaging profitiere derzeit davon, dass seine Verpackungen etwa für Waren aus dem Supermarkt “im Lock-down und im Home Office” stark nachgefragt seien. Verpackungen für den von der Krise eher betroffenen Food-Service-Bereich wie beispielsweise Styroporbehälter etc. mache Greiner kaum, so Kühner.

Zum Stichtag 31. Dezember 2019 beschäftigte Greiner 10.745 Mitarbeiter an 34 Standorten in 140 Ländern weltweit, 2.543 davon in Österreich. Von jenen in Österreich sind derzeit 1.450 in Kurzarbeit. International sind ca. 2.720 Greiner-Mitarbeiter von Arbeitszeitreduktion betroffen. Auf das Home Office – das derzeit etwa 40 Prozent des Büropersonals betreffe – sei man gut vorbereitet gewesen, weil man heuer unabhängig von Corona eine Home-Office-initiative gestartet habe, die sich nun auszahle, so der CEO. Die Erfahrungen seinen gut und man werde einiges aus der Corona-Zeit wie Home Office, Videokonferenzen etc. auch künftig beibehalten.

Von: apa