IWF fürchtet um halbes Prozent

Lagarde warnte G-20-Staaten vor Eskalation im Handelsstreit

Samstag, 21. Juli 2018 | 19:26 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die G-20-Staaten vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte am Samstag bei einem Finanzministertreffen der Staatengruppe in Buenos Aires, im schlimmsten Falle könnte das weltweite Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt niedriger liegen. Sie werde den Ministern einen entsprechenden Bericht übergeben.

Das geringere Wachstum in dem genannten Umfang droht nach Einschätzung des IWF dann, wenn alle angedrohten Zölle und Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte erklärt, der Handelsstreit habe noch keine makroökonomischen Auswirkungen auf die größte Volkswirtschaft.

Mnuchin bekräftigte indes die Forderung nach fairen Chancen für sein Land im Handel mit China und den EU. Die US-Regierung habe den “Wunsch nach einem ausgeglicheneren Verhältnis” und dafür sei es notwendig, dass mehr US-Produkte importiert würden, sagte Mnuchin am Samstag nach seiner Ankunft in Buenos Aires.

China müsse seine Märkte für die USA öffnen, “damit wir fair konkurrieren und unsere Exporte erhöhen können”, verlangte der US-Finanzminister. Dies sei nicht nur für die USA, sondern auch für die Volksrepublik “eine riesige Chance”. Wenn China sich aber nicht bewege, sei die Drohung von US-Präsident Donald Trump, die gesamten US-Importe aus der Volksrepublik mit Strafzöllen zu belegen, “definitiv eine realistische Möglichkeit”, warnte Mnuchin.

Der Handelskonflikt tobt vor allem zwischen den USA und China, das bereits von einem “Handelskrieg” spricht. Die Regierung in Washington hat etwa Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt. China hat Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang erlassen. Am Freitag drohte US-Präsident Trump gar mit Zöllen auf chinesischen Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar. Die EU setzte er mit der Drohung unter Druck, Autoimporte mit höheren Zöllen zu belegen, was vor allem deutsche Hersteller treffen würde.

Von: APA/ag.

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