Politik für den ländlichen Raum

Landesbäuerinnenrat beim Sommergespräch mit Kompatscher

Mittwoch, 15. Juli 2015 | 16:38 Uhr

Bozen – Damit die Bäuerinnen und Bauern auch weiterhin für das schöne Landschaftsbild Südtirol sorgen, bedarf es einer guten Kooperation zwischen Landwirtschaft und Politik. Dies forderte der Landesbäuerinnenrat beim Sommergespräch mit Landeshauptmann Arno Kompatscher.
 
„Wenn die Landwirtschaft weiterhin Dienste für die Allgemeinheit leisten soll, dann braucht sie Unterstützung von der Politik, muss Grund und Boden gespart werden, die Regionalität bei öffentlichen Ausschreibungen Vorrang haben und in der Peripherie Dienstleistungen wie die Post und das Internet funktionieren“, so Landesbäuerin Hiltraud Erschbamer. Diskutiert wurde ganz besonders das Thema Grund und Boden. „Wieso haben beim Eigentum der Bauern alle das Recht mitzureden, am wenigsten aber der Bauer selbst?“, fragten die Bezirksbäuerinnen. Sie forderten ganz klar, dass vor einer Neuausweisung von Bau-, Gewerbe- oder Industriezonen leerstehende Gebäude und Zonen genützt werden müssen. Die Jungbauernförderung, die Instandhaltung des ländlichen Wegenetzes, die Almerschließungen oder der Flugplatz Bozen waren weitere Themen, die die Bezirksbäuerinnen vorbrachten.

Landeshauptmann Arno Kompatscher sprach sich für die Unterstützung des ländlichen Raumes aus. Einen Beitrag dazu werde das neue Südtiroler Vergabegesetz leisten, das auch die lokalen Kreisläufe stärken soll. Zum Thema „Fortbestand der kleinen Krankenhäuser“ sicherte der Landeshauptmann eine Grundversorgung in allen Landesteilen zu. Er betonte aber, dass nicht mehr überall alles angeboten werden könne. „Die Krankenhäuser werden sich in verschiedenen Fachgebieten spezialisieren und damit werden Schwerpunkte geschaffen. Dadurch wird nicht nur eine bessere Leistung am Patienten garantiert, sondern der Arbeitsplatz wird für qualifizierte Ärztinnen und Ärzte interessant“, so Kompatscher. Verständnis zeigte der Landeshauptmann für die Forderung, dass bei Müttern, die sich entschieden haben für die Kindererziehung zu Hause zu bleiben, einige Jahre als Erziehungszeiten rentenrechtlich anerkannt werden sollen. Hier könne man aber nicht auf das staatliche Vorsorgesystem hoffen, sondern es gelte über Zusatzrentenversicherungen eine Lösung zu finden.

Zustimmung fand der Landeshauptmann in seiner Forderung beim Thema Neuausrichtung der Raumordnung: „Die Verantwortung muss in die Dörfer hinausgetragen werden. Wenn die Eigentümer ihr Projekt persönlich der Kommission vorstellen können, werden viele Fragen und Unklarheiten bereits im Vorfeld ausgeräumt“, sagte Kompatscher.

Die Bäuerinnen deponierten zudem ihr Anliegen, in Zukunft den Tagesmutterdienst verstärkt zu unterstützen. L.-Abg. und Präsidentin der Sozialgenossenschaft Maria Kuenzer betonte die Notwendigkeit das Berufsbild der Tagesmutter zu festigen und damit eine bessere soziale Absicherung zu ermöglichen.

Das Sommergespräch ermöglichte den Bäuerinnen ihre Fragen und Anregungen direkt an die oberste politische Ebene heranzutragen. Im Vordergrund stand ganz klar der Erhalt des ländlichen Raumes – und hier wollen die Bäuerinnen weiterhin mitreden und mitgestalten. „Es war für mich ein gute Gelegenheit die Anliegen der Bäuerinnen noch genauer kennenzulernen. Viele Problemstellstellungen waren mir bewusst und deren Lösung wurde bereits angegangen, an anderen müssen wir noch gemeinsam arbeiten. Ich denke, es war ein sehr gutes Treffen,“ resümierte Landeshauptmann Kompatscher abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen