"Bäuerliche Betriebe brauchen alternative Einnahmequellen"

Landtag sagt Nein zu Camping am Bauernhof

Samstag, 04. Juli 2015 | 16:11 Uhr

Bozen – Der Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Walter Blaas und Roland Tinkhauser, forderten mittels eines Tagesordnungsantrages zum Wirtschaftslandesgesetz die Umsetzung der Möglichkeit des Campings am Bauernhof in Südtirol. Während ein Staatsgesetz bereits die Möglichkeit zu dieser Tätigkeit vorsieht, war das in Südtirol bisher gesetzlich nicht erlaubt. Mit der Maßnahme hätte ein konkreter Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raumes umgesetzt werden sollen. Die Mehrheit im Landtag lehnte den Vorschlag jedoch ab

„Mit dem Tagesordnungsantrag sollte das Landesgesetz vom 19.9.2008, Nr. 7, dahingehend abgeändert werden, damit eine Rechtsgrundlage für die Ausübung der Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Tätigkeit des Campings geschaffen werden könnte“, erklärt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas einleitend. „Die SVP-Mehrheit, die ansonsten keine Gelegenheit versäumt, auf die Wichtigkeit des ländlichen Raumes hinzuweisen, hat jedoch diesen konkreten Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung der bäuerlichen Bevölkerung abgelehnt. Es nützt nichts stets über die zentrale Bedeutung des ländlichen Raumes zu sprechen und keine greifbaren Vorschläge – im Gegensatz zu uns Freiheitlichen – zu präsentieren“, betont Blaas mit Nachdruck. 

„Derzeit fehlte die rechtliche Grundlage für die Ausübung dieser Tätigkeit, wie sie im Sinne des Artikels 2 Absatz 3 Buchstabe a) des Gesetzes vom 20.2.2006, Nr. 96, verstanden wird. Anlässlich der Umsetzung dieses Staatsgesetzes durch die Verabschiedung des Landesgesetzes vom 19.9.2008, Nr. 7 entschied sich die Landesregierung dafür, den entsprechenden Passus im Staatsgesetz, welcher die entsprechende Urlaub-auf-dem-Bauernhof-Tätigkeit des Campings vorsieht, nicht umzusetzen. Wir steuerten dagegen, aber weiterhin sperrt sich die SVP den Bauern eine alternative Einnahmequelle zu erschließen“, halten die Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Blaas und Tinkhauser fest. 

Für die Landwirte hätte dies einen Nebenerwerb bedeutet und den Ausflugsgästen sich die Gelegenheit geboten, unser Land auf authentische Weise kennenzulernen. Es sei festzuhalten, dass sich die Situation in der Südtiroler Landwirtschaft – nicht zuletzt durch die Sanktionen gegen die russländische Föderation – zugespitzt hat, und dass alternative Einnahmequellen für die bäuerlichen Betriebe und Familien von einem wesentlichen Interesse seien, hält Blaas abschließend fest und kündigt weitere Initiativen an. 

Von: ©mh