Raumordnungsgesetz erschwert Detailhandel in Gewerbegebiete

Landwirtschaftliche Genossenschaften nur mehr in Ortskernen möglich

Freitag, 24. Juli 2015 | 17:14 Uhr

Bozen – Wie aus einer Landtagsanfrage des Abgeordneten Walter Blaas hervorgeht, zielt die Landesregierung darauf ab, den Detailhandel in den bewohnten und historischen Zentren zu konzentrieren. Durch die Änderung des Raumordnungsgesetzes und der entsprechenden Durchführungsbestimmung ist es nicht mehr möglich, in Gewerbegebieten landwirtschaftliche Genossenschaften anzusiedeln.   
 
"Lebendige Ortskerne zeichnen sich durch eine Vielfalt der vor Ort erzeugten Produkte aus", untermauert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas einleitend. "Dies setzt allerdings voraus, dass die urbanistischen Rahmenbedingungen den ländlichen Raum aufwerten. Für die Vermarktung der bäuerlichen Produkte ist daher der ortsbezogene Verkauf von großer Wichtigkeit. Es muss daher Ziel der zukünftigen Handelspolitik sein, die bestehenden Verkaufsflächen in den Dörfern nicht nur zu erhalten, sondern vielmehr zu potenzieren", fordert Blaas.
 
"Anstatt 1,5 Millionen Euro jährlich für Informationsmaßnahmen sowie zwei Millionen Euro für Sponsoring-Initiativen bereitzustellen, sollten die Landesgelder für den Direktverkauf vor Ort bei den Erzeugern eingesetzt werden", legt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete dar.
 
"Mit der Direktvermarktung in den Dörfern und Städten könnten die Wirtschaftskreisläufe effektiver genutzt werden. Hinzu käme die Schaffung von Arbeitsplätzen in der unmittelbaren Umgebung einhergehend mit der wirtschaftlichen Entfaltung des ländlichen Raumes", betont Walter Blaas abschließend.  

Von: ©mk

Bezirk: Bozen