Lauda hebt ab Juni wieder ab

Lauda-Fluglinie startet in Österreich erst im Juni

Freitag, 16. März 2018 | 14:56 Uhr

Der Niki-Nachfolger Laudamotion von Ex-Formel-1-Weltmeister Niki Lauda nimmt erst im Juni Flüge ab Österreich auf. Die Fluglinie startete am Freitag ihre Buchungsplattform auf laudamotion.com. Im Sommer sollen fünf Flieger in Wien stationiert werden, erklärte Lauda auf einer Pressekonferenz. Die Kooperation mit dem Lufthansa-Billigflieger Eurowings hängt von den Wettbewerbsbehörden ab.

“Die Laudamotion muss nach Wien zurück”, sagte Lauda. Ab Wien plant Laudamotion Flüge nach Spanien (Mallorca, Ibiza und Malaga), Italien (Pisa und Brindisi), Griechenland (Kreta, Santorin und Kalamata) sowie Zypern (Paphos). Von Salzburg, Graz, Innsbruck und Linz fliegt Lauda nach Mallorca. Von den 1.000 Niki-Mitarbeitern seien nun 641 bei Laudamotion. Piloten habe er genug, er brauche aber noch 55 Flugbegleiter, dafür werde es Castings geben, kündigte Lauda an.

In Deutschland startet Lauda bereits in neun Tagen: Der Erstflug ist am 25. März ab Düsseldorf geplant, wie Laudamotion nun offiziell bestätigte. Laudas Flotte wird vorerst 14 Flugzeuge umfassen, soll aber auf 21 Jets anwachsen, alle geleast, wie es hieß. Mit Condor ist bereits eine Kooperation fixiert. Verkehrsleitstelle und Crewplanung übernimmt der deutsche Ferienflieger als Dienstleister. Im Gegenzug vermarktet Condor Laudamotion-Flüge.

Die geplante Zusammenarbeit mit der AUA-Mutter Lufthansa bzw. der Konzern-Billigtochter Eurowings macht Lauda von der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) abhängig. Am Freitagnachmittag finde ein Gespräch mit BWB-Chef Theodor Thanner statt.

Lauda geht im ersten Jahr von roten Zahlen aus. “Ich rechne damit, dass wir über den Sommer, ich hoffe, einstellige Millionen verlieren werden, was ganz normal ist”, sagte Lauda am Freitag in einer Pressekonferenz. Ab dem zweiten Geschäftsjahr will Lauda bereits Geld verdienen, um sich seine Investitionen zurückzuholen.

Operationell sei Laudamotion an Condor angeschlossen. Condor erstelle die Flugpläne, teile die Crews ein und koordiniere die Tankwägen, erklärte Lauda. Auch beim Catering orientiert sich Laudamotion zunächst am Bezahl-Angebot von Condor, sein Vertrauter, Do&Co-Chef Attila Dogudan, unterstütze ihn aber, sagte Lauda. Nach dem anfänglichen Kompromiss soll aber später Do&Co als Caterer an Bord kommen.

Laudas Herausforderung ist neben dem Zeitdruck die Auslastung der Flugzeuge, wie er erklärte. Abseits der eigenen Buchungsplattform laudamotion.com, die seit heute online ist, vermarktet der deutsche Ferienflieger Condor Laudamotion-Flüge. Darüber hinaus will Lauda eine Vertriebskooperation mit der Lufthansa-Billigtochter Eurowings. Ob das wettbewerbsrechtlich erlaubt ist, wollen Lauda und sein Anwalt am Nachmittag bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) erfragen. “Wir wollen wissen, was ist erlaubt, und was nicht.”

Dass er ganze Flugzeuge samt Crews an den Mitbewerber vermieten darf, halten Lauda und sein Anwalt für eher unwahrscheinlich. Sogenannte Wetlease-Flüge für Eurowings auf Laudamotion-Slots schloss Lauda dezidiert aus.

Aufgrund steigender Passagierzahlen könnte Laudamotion Reisende der AUA-Schwester Eurowings bei Kapazitätsproblemen übernehmen, so Lauda. Es gebe darüber ein Grundverständnis mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr. “Wir können aber erst dann anfangen darüber konkret nachzudenken, wenn die Wettbewerbshüter es auch so sehen”, stellte Lauda klar.

Lauda schwebt offenbar vor, dass Eurowings in die Laudamotion-Flüge “hineinbuchen” kann, wie er es nannte. Also dass sowohl Laudamotion als auch Eurowings – jeder zu seinem Preis – ein Ticket für einen Laudamotion-Flug verkaufen kann. Eine Preisabsprache soll es dabei nicht geben.

Für den Herbst ist ein Relaunch geplant, bei dem die Mitarbeiter neue Uniformen erhalten. Erst über den reiseschwachen Winter sollen die ehemaligen Air-Berlin-Flieger umlackiert werden. Pro Jet dauert das laut Lauda drei Wochen. Bis dahin überklebt Lauda den Air-Berlin-Schriftzug mit einem roten Laudamotion-Sticker, das rote Air-Berlin-Logo am Heck bleibt vorerst.

Von: apa