"Laudamotion ohne Ryanair" brächte laut Gruber weniger Probleme

Laudamotion ist im Leasing-Streit mit Lufthansa siegessicher

Montag, 16. Juli 2018 | 15:50 Uhr

Der Streit zwischen der AUA-Mutter Lufthansa und Europas größtem Billigflieger Ryanair um die neun Flugzeuge bei Laudamotion landet am Freitag vor Gericht. Laudamotion-Chef Andreas Gruber bekräftigte am Montag, dass die Vorwürfe aus der Luft gegriffen seien und alle rechtlichen Schritte – auch Schadenersatzklagen – geprüft werden. “Es geht im Endeffekt nicht um die kleine Laudamotion.”

Die Lufthansa hätte sicher weniger Probleme mit einer Laudamotion ohne Ryanair, meinte Gruber zu Journalisten. Am Freitag findet eine erste Anhörung vor einem Londoner Gericht statt, um das Thema zu klären. Auf die Frage nach einem Plan B, falls die betroffenen Flugzeuge, fast die Hälfte der Laudamotion-Flotte, doch wieder bei der Lufthansa landen, beharrte er: “Es wird nicht passieren.” Die Lage sei nicht existenzbedrohend. Die Lufthansa versuche auf diesem Weg lediglich, die Maschinen bei der Tochter Eurowings starten zu lassen.

Auf die Wachstumspläne der Airline habe die Causa keine Auswirkung, aber “es ist natürlich lästig”, so Gruber. Bis jetzt habe man noch keinen Rückgang bei den Buchungen bemerkt – Reisende könnten dadurch aber durchaus verunsichert werden, räumte er ein.

“Wir haben alle Rechnungen bezahlt”, betonte Gruber am Montag erneut. Die Millionenbeträge an “teilweise überteuerten” Leasing-Gebühren seien seit Februar jeweils im Vorfeld beglichen worden. Er wirft der Lufthansa in diesem Zusammenhang zum wiederholten Mal vor, mit der Zahlung von 1,5 Mio. Euro an Wet-Lease-Gebühren im Verzug zu sein – für Flüge, die Laudamotion im März, April und Mai für die Lufthansa-Tochter Eurowings bedient habe. Diese kämpft weiterhin mit Engpässen bei der Flugkapazität und könnte zusätzliche Maschinen gut gebrauchen.

Die AUA-Mutter hatte dem Ferienflieger vor rund zwei Wochen die Leasing-Verträge für neun Flugzeuge mit der Begründung gekündigt, dass Gebühren zum wiederholten Mal nicht bezahlt worden seien. Die Lufthansa hatte sich diese Jets im Lauf der Air-Berlin-Pleite bereits im Voraus gesichert, musste sie dann aber auf Druck der EU-Kommission zu marktüblichen Konditionen an den Niki-Nachfolger Laudamotion übergeben.

Den Streit aufs Tapet brachte Ryanair-Chef Michael O’Leary vergangene Woche, nachdem er von der EU Grünes Licht bekam, die Mehrheit bei Laudamotion übernehmen zu können. Die Aufstockung von 24,9 auf 75 Prozent soll in den nächsten Wochen erfolgen. Airline-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda hatte Ryanair im Frühling überraschend an Bord geholt.

Abseits des Konflikts laufe das Geschäft rund, meinte Chef Andreas Gruber am Montag. Das Sommer-Geschäft habe sich gut entwickelt, insgesamt sollen diese Saison 2,6 Millionen Passagiere mit dem Ferienflieger abheben. “Seit März haben wir zwei Millionen Tickets verkauft.”

Die anfänglichen Startschwierigkeiten gebe es nicht mehr. Komme es doch zu Flugausfällen oder Verspätungen, liege das vor allem an Streiks von Fluglotsen. Schwarze Zahlen will das Unternehmen ab dem dritten Jahr schreiben.

Mit dem Winterflugplan soll die Präsenz in Österreich ausgebaut werden, bekräftigte Gruber ein klares Bekenntnis “zum Standort Österreich”. Ab Wien, wo Laudamotion wie die ungarische Billigfluglinie Wizz Air zur Nummer zwei hinter der Lufthansa-Gruppe werden will, wird es mehr Verbindungen nach Spanien geben. Ab Innsbruck soll es nach Düsseldorf, Dublin und London gehen, um den Ski-Tourismus anzukurbeln.

Auch mit Aktionen will der Niki-Nachfolger zusätzliche Fluggäste an Bord holen. Künftig werde es jeden Mittwoch “eine große Auswahl an Flügen ab 9,99 Euro zu den beliebtesten europäischen Feriendestinationen” geben.

Die Flotte soll in den nächsten Jahren auf 30 bis 50 Airbus-Maschinen wachsen, man stehe bereits in konkreten Verhandlungen. Zurzeit fliegt Laudamotion mit 19 Maschinen, wobei alle gemietet sind: Zehn stellt der irische Neo-Mehrheitseigentümer Ryanair samt Crews im sogenannten “Wet Lease” zur Verfügung. Die weiteren neun Flieger, um die gerade gestritten wird, stammen von der Lufthansa, die die Airbusse lieber bei der Tochter Eurowings einsetzen würde.

Auch das Personal soll aufgestockt werden: Im kommenden Jahr brauche man 100 zusätzliche Piloten und Flugbegleiter. Diese könnten dann schon einen Kollektivvertrag haben: Laut Gruber soll es für die Belegschaft in Österreich noch diesen Sommer zu einer Lösung mit Gewerkschaft und Betriebsrat kommen. Insgesamt beschäftigt die Airline zurzeit rund 680 Mitarbeiter, davon 450 in Österreich.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Laudamotion ist im Leasing-Streit mit Lufthansa siegessicher"


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Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Und wehm interressiert solcher Käse ??
Sind ja sowieso nur Lügen und Streutereien unter …………..

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