33 Betriebe mit insgesamt rund 3.500 Mitarbeitern in Südtirol

Lebensmittelunternehmen über steigende Energiepreise besorgt

Donnerstag, 19. Mai 2022 | 11:01 Uhr

Bozen – Steigende Preise bei Energie, Rohstoffen und Verpackung, Lieferengpässe, eine immer größere Komplexität in der Logistik – über all diese Herausforderungen wurde bei der Vollversammlung der Sektion Lebensmittel im Unternehmerverband diskutiert. „Die Unternehmen haben schnell reagiert, trotzdem ist die Lage ernst“, fasst der Präsident der Sektion Lebensmittel, Alexander Rieper (A. Rieper AG) zusammen.

Die Entwicklung an den Agrarmärkten, insbesondere in Bezug auf Weizen, Mais und Gerste, wurde während der Vollversammlung von Jörg-Simon Immerz, Leiter Erzeugnisse Agrar der BayWa AG aus München analysiert. Die Endbestände in den weltweit wichtigsten Anbauregionen für Getreide sind im Vergleich zu den Ernten 2012 und 2013 gesunken, die Bestände liegen auf dem niedrigsten Niveau seit 15 Jahren. Die Preise von Weizen oder Raps sind auf Rekordwerte angestiegen, die wachsenden Energie-, Dünger- und Futterkosten sind ebenfalls ein Problem.

„Unsere Mitgliedsunternehmen mussten bereits in den vergangenen Monaten deutliche Preissteigerungen an die Kunden weitergeben, die Erhöhungen bei den Rohstoffen waren die drastischsten, die der Sektor in den letzten Jahrzehnten gesehen hat, dabei ist leider noch kein Ende der Preissteigerungen in Sicht. Die Auswirkungen auf die Endpreise sind unvermeidlich“, weiß Rieper. Zusätzlich zu den stark gestiegenen Preisen für Rohstoffe und Verpackungsmaterial stellen die hohen Energiepreise die Lebensmittelunternehmen vor große Herausforderungen, da diese oftmals noch gar nicht eingepreist wurden.

Ein Beispiel, wie Unternehmen trotz der steigenden Kosten durch Effizienzsteigerungen und Innovation wettbewerbsfähig arbeiten können, lieferte das Werk der Dolomites Milk Gmbh in Vintl, welches die Unternehmer der Sektion Lebensmittel vor der Vollversammlung besichtigten. „Die Anlagen sind hoch modern und weitgehend automatisiert“, erklärte Ulrich Zuenelli, CEO der Loacker AG, die gemeinsam mit Brimi die Dolomites Milk gegründet hat. Die Produktion von Milchpulver aus Milch und Molke ohne Gentechnik aus Südtirol und dem angrenzenden Alpenraum wird gemeinsam mit den Kunden entwickelt und flexibel an ihre spezifischen und individuellen Bedürfnisse angepasst.

In seinem Bericht unterstrich Rieper die große Innovationsbereitschaft der Unternehmen im Lebensmittelsektor: „Wir konnten die Zusammenarbeit mit unibz, Laimburg, NOI Techpark stärken und der Bereich „Food“ wird auch einer der Themenschwerpunkte des Südtiroler „European Digital Innovation Hub“ sein“.

Abschließend ging auch Unternehmerverbandspräsident Heiner Oberrauch auf die Kostenexplosion und dem damit verbundenen Risiko einer Inflationsfalle ein: „Es muss verstärkt unser gemeinsamer Auftrag sein, hier mit gezielten, strukturellen und zeitnahen Maßnahmen gegenzulenken. Vor allem geht es darum, die Steuern auf Arbeit zu senken, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr Netto vom Brutto zu garantieren“.

Der Sektion Lebensmittel im Unternehmerverband gehören 33 Betriebe mit insgesamt rund 3.500 Mitarbeitern an.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Lebensmittelunternehmen über steigende Energiepreise besorgt"


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Bluemchen
Bluemchen
Superredner
1 Monat 8 Tage

Nur komisch, dass die Preise nur bei uns im heiligen Land so extrem steigen. Habe viele Kollegen in Italien bei denen dieses Phänomen noch nicht angekommen ist.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 8 Tage

England, gestern, meldet 9% Inflation!

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 8 Tage

Liebe Lebensmittel Betriebe. Ihr braucht die Preise nur niedrig halten, wie es auch die Betriebe im übrigen Italien macht. Dann wird wieder mehr eingekauft.
Ich jedenfalls fange an zu sparen. Nur mehr das notwendigste.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 8 Tage

So wirklich durchdacht ist deine Idee NICHT! Kleune Betriebe können sich aus bekannten Gründen die Produktionskosten sowieso nicht leisten und müssen Preuse weiter geben. Große hingegen, leben von Mischkalkulation und verkaufen ihre Waren abhängig davon wie Regionen finanziell aufgestellt sind. Im Süden verdienen sie damit nicht viel und bei uns etwas mehr. Wrnn der letztendliche Gewinn nicht mehr passt, steigen Preise auch im Süden.
Deine Vorstellung ist sehr naiv und geschenkt hats noch nie was gegeben!

letzwetto
letzwetto
Tratscher
1 Monat 7 Tage

die figur und gesundheit dankts auch

Hausdetektiv
Hausdetektiv
Superredner
1 Monat 8 Tage

Den Betrieben können die hohen Kosten doch egal sein. Sie erhöhen einfach die Preise und haben dann die selben einnahmen. Ganz einfache Mathematik.

The Hunter
The Hunter
Superredner
1 Monat 8 Tage

Olle Betriebe, Geschäfte, Hotels, Bauern jammern obwohl sie die Preise oanfoch in Verbraucher weitergebn. in de olle bleib bis zum ende dor gleiche gewinn wia in die Johre dorvor. Wia soll obor dor Endverbraucher die Preiserhöungen weitergebn afn normaln Bürger denkr niamand

hundeseele
hundeseele
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Liebe Lebensmittelbetriebe,ihr konntet während der gesamten Pandemie,weil Systemrelevant,weiterarbeiten,während andere Betriebe schließen mussten,oder nur teilweise arbeiten konnten.Warum müsst ihr jede Preissteigerung dem Kunden zu 100% weitergeben?
Warum gleicht ihr nicht zb.die Hälfte aus und gebt nur den Rest an uns Kunden weiter…?
Ich wette dann würden euch mehr treue Kunden bleiben,auch in Zukunft….die meisten können nicht von jeder Seite,jede Preissteigerung mitschultern,denn nicht nur ihr werdet teurer,alles andere auch-nur die Löhne bleiben gleich.

Supergscheider
Supergscheider
Superredner
1 Monat 7 Tage

Haha Sanktionen gegen Russland 🥳

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