Konstant neue Impulse schaffen

Lehre wertet schulische Leistungen auf

Donnerstag, 14. Juli 2016 | 13:26 Uhr

Bozen – Konstant neue Impulse zu schaffen, um das Lehrlingswesen sowohl für Jugendliche als auch für bereitwillige Betriebe attraktiver zu machen, gehört zu den obersten Prioritäten der Südtiroler Sozialpartner.

Vor kurzem haben sie ein Abkommen für das Lehrlingswesen im Handwerk unterzeichnet, das den Leistungsbezug stärker in den Mittelpunkt rückt.

Es ist die Verankerung von Theorie und Praxis, die bestens ausgebildete Fachkräfte hervorbringt und die heimische Wirtschaft stark macht. In Südtirol, der einzigen italienischen Provinz, die das Zwei-Säulen-Modell lebt und anwendet, gibt es aktuell 3.400 Lehrverträge. Aufgrund der rückläufigen Lehrlingszahlen wurde vor rund einem Jahr der sogenannte Lehrlingspakt geschnürt, der mit verschiedenen Maßnahmen die traditionelle Lehre als attraktive Ausbildungsmöglichkeit steigern und die Beschäftigung für Jugendliche fördern soll. Vor wenigen Tagen haben die Sozialpartner eine der Maßnahmen schriftlich verankert und damit neue Wege für das Südtiroler Lehrlingswesen geebnet. Das Abkommen sieht eine Aufwertung der schulischen Leistungen vor, sodass die Schulnoten in positiver Weise auf die Entlohnung des Lehrlings einwirken.

Sowohl die Handwerkerverbände als auch die Gewerkschaften sehen in dieser Entscheidung einen doppelten Nutzen: zum einen werden Jugendliche angespornt gute Leistungen zu erbringen, um noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten, zum anderen ist es ein Zeichen der Wertschätzung für die Ausbildungsleistung der Betriebe, die in junge Fachkräfte investieren und zu 100 Prozent die Ausbildung der Lehrlinge finanzieren. Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsleistungen gibt es nämlich kein angestammtes Recht auf einen Lehrlingsplatz.

Durch diesen neuen Ansatz soll ein Ausbildungssystem gestärkt werden, das bedeutende Arbeitsplätze für Südtirol schafft, vor allem aber auch um noch qualifiziertere Fachkräfte hervorzubringen und einem drohenden Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken.

Von: ©luk

Bezirk: Bozen