Larry Kudlow, Wirtschaftsberater von US-Präsident Trump, beschwichtigt

Leisere Töne aus den USA im Handelsstreit mit China

Donnerstag, 05. April 2018 | 08:45 Uhr

Im eskalierenden Handelsstreit mit China gibt es aus dem Weißen Haus Signale von Verhandlungsbereitschaft. Der oberste Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, sagte auf die Frage, ob die Zölle letztlich gar nicht in Kraft treten könnten: “Ja, das ist möglich. Das gehört zum Prozess.” In einer Auseinandersetzung wie dieser würden alle Werkzeuge genutzt.

Kudlows überraschende Einlassungen folgten am Mittwoch (Ortszeit) unmittelbar auf Chinas Ankündigung, Strafzölle der USA seinerseits mit Zöllen im identischen Wert von 50 Milliarden US-Dollar zu vergelten. Diese Verschärfung im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften nährte massiv die Sorgen über Gefahren für die Weltwirtschaft.

China zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, einen möglichen Handelskrieg mit den USA gewinnen zu können. In einem Kommentar des Parteiorgans “Volkszeitung” (Renmin Ribao) hieß es: “Die US-Wirtschaft wird einen schweren Schlag hinnehmen müssen, wenn sie den weltgrößten Verbrauchermarkt in China verliert.”

Die USA nehmen Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien ins Visier. China würde neben der Auto-, Chemie- und Flugzeugindustrie auch den ländlichen Raum in den USA treffen, wo Trump besonders beliebt ist. Neben Sojabohnen zielt Peking auch auf andere Agrarprodukte wie Mais, Weizen und Baumwolle ab.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders sagte auf die Frage, ob und wie sehr den Präsidenten die massiven Auswirkungen des Handelskonflikts an den Börsen bekümmerten: “Es wird eine kurze Phase der Schmerzen geben”, aber mittel- und langfristig werde sich Trumps Politik auszahlen.

Sanders sagte, man gehe nun durch eine mehrere Monate andauernde Phase der Überprüfung der Zölle, dieser wolle sie nicht vorgreifen. Die Situation sei Chinas Schuld und nicht die der USA. Mehrfach wich Sanders der Frage aus, ob die Zölle in jedem Fall kommen werden. Die USA erwarteten, dass China seine Handelspolitik ändere, sagte Sanders. “Hoffentlich wird China das Richtige tun.”

Nach Ansicht Kudlows, der vor wenigen Tagen Gary Cohn im Amt nachfolgte, ist Trump “letztlich ein Anhänger des freien Handels”. Der Präsident wolle das Problem mit China so schmerzlos wie möglich lösen, sagte er.

Dem Sender Fox Business sagte Kudlow: “Es gibt keinen Handelskrieg. Wir sind in der frühen Phase eines Prozesses, der Zölle einschließt, Kommentierungen der Zölle sowie zuletzt abschließende Entscheidungen und Verhandlungen.” Es gebe bereits Gespräche auf inoffiziellen Kanälen. “Wir sollten nicht überreagieren, mal sehen, wie das alles ausgeht. Am Ende dieses ganzen Prozesses, dem Ende des Regenbogens, steht ein Topf voll Gold.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Leisere Töne aus den USA im Handelsstreit mit China"


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Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

Wobei die Eu seit Jahrzehnten Straf… ne Schutzzölle auf Chinesischen stahl oder solarmodule oder zb amerikanischen Rindfleisch in Höhe von über 40% bis 60% usw erhebt.

enkedu
enkedu
Kinig
13 Tage 17 h

das alte Lied. Arbeitsplätze und Standorte gegen Wohl der Konsumenten.
Handel ist da immer der vielversprechendere Weg.

denkbar
denkbar
Kinig
14 Tage 7 h

Trumps Berater scheinen hauptsächlich damit beschäftigt zu sein, nach seinen Kamikazeaktionen beschwigtigen zu müssen.

lord schnee
lord schnee
Tratscher
14 Tage 5 h

immer dieses verdammte geschrei am anfang. ich hoffe nicht sie glauben, dass DAS VOLK das braucht. sie wollen und werden miteinander handeln. könnten sie endlich echte kooperation schaffen und das auch so nennen. das geschrei zerstört das bewusstsein der gegenseitigen abhängigkeit und schafft die ego-gesellschaft – okay – die wir derzeit noch immer sind. die evolution wäre schon weiter.

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