Geht es um Milliarden?

Linke im EU-Parlament: Apple zahlt zu wenig Steuern

Donnerstag, 21. Juni 2018 | 17:45 Uhr

Die Fraktion der Linken im Europäischen Parlament wirft Apple nach einer Untersuchung vor, in Europa in den vergangenen Jahren Milliarden an Steuern zu wenig bezahlt zu haben. Ihre Studie, die allerdings zu weiten Teilen auf Schätzungen und Annahmen basiert, kommt auf einen Betrag zwischen 4 und 21 Mrd. Euro für die Jahre 2015 bis 2017.

“Es kann nur eine Schätzung sein, wegen der mangelnden Transparenz von Apple und seiner Tochterfirmen”, sagte der Europaparlamentarier Martin Schirdewan am Donnerstag in Brüssel.

Da es in Apples Finanzberichten an die US-Börsenaufsicht keine Zahlen speziell zur Europäischen Union gibt, schätzten die Autoren der Studie sowohl die Höhe des operativen Gewinns von Apple in der Region als auch der Steuerzahlungen und der Steuersätze. Bei der Zahl von 21 Mrd. Euro an entgangenen Steuern am oberen Ende der Spanne wurden auch die Auslandsreserven einbezogen, die Apple inzwischen im Zuge der US-Steuerreform größtenteils ins Heimatland bringt und in den USA versteuert.

Apple kommentierte die Studie und die Vorwürfe am Donnerstag nicht. Der Konzern betont stets, man bezahle alle fälligen Steuern in einzelnen Ländern. Für Debatten sorgt allerdings seit Jahren die Struktur, bei der ein großer Teil der Auslandsgewinne als in den USA versteuerbar angesehen wird – weil dort der zugrunde liegende Wert geschaffen werde. US-Unternehmen konnten die außerhalb der USA erwirtschafteten Gewinne lange im Ausland lassen – wovon sie angesichts des hohen Steuersatzes von 35 Prozent auch Gebrauch machten. Mit der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump wurde auf die Geldreserven eine Abgabe von rund 15 Prozent erhoben – egal, ob sie in die USA überwiesen wurden oder nicht.

Der irische Abgeordnete Matt Carthy von der Partei Sinn Fein warf der Regierung seines Landes vor, in großem Stil Steuervermeidung zu begünstigen. Die EU-Kommission fordert von Apple, über 13 Mrd. Euro Steuern in Irland nachzuzahlen, weil Vereinbarungen mit der Regierung wettbewerbswidrig gewesen seien. Apple und Irland zogen dagegen vor Gericht.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Linke im EU-Parlament: Apple zahlt zu wenig Steuern"


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a sou
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Tratscher
25 Tage 18 h

Die Schlupflöcher der Großkonzerne kennt doch jeder… die zahlen nahezu alle „zu wenig“

denkbar
denkbar
Kinig
25 Tage 18 h

@a sou … und sind damit die größten Diebe und Kriminellen

typisch
typisch
Universalgelehrter
25 Tage 17 h

@denkbar
und die größten arbeitgeber, deren gehälter werfen doch auch steuern ab?

real1st
real1st
Tratscher
25 Tage 16 h

@denkbar du weist aber schon das diese Schlupflöcher von den früheren pro EU Politikern geschaffen und von den aktuellen pro EU Politikern beibehalten werden. die Banken wirds freuen und wenn jemand dieses perfekte Geflecht an Bankenrettung, Lobbyarbeit und Steueroasen kritisiert kommen sofort die Ratingagenturen um alle an der kurzen Leine zu halten

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
25 Tage 9 h

Wer von euch würde keine Steuerschlupflöcher nutzen wenn er es könnte?

Scarface
Scarface
Grünschnabel
25 Tage 19 h

Für die Linken zahlt immer jeder zu wenig. Egal wieviel er zahlt.

Gredner
Gredner
Superredner
25 Tage 19 h

Keine Steuern sind auch zu wenig Steuern.
Dafür zahlen aber die anderen das Doppelte.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
25 Tage 17 h

Hier mal einfach und lustig erklärt
https://m.youtube.com/watch?v=hOxISBY44m4

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
25 Tage 9 h

Linke können nicht wirtschaften. Das sind moderne Möchtegern Robin Hoods!
Den arbeitenden Menschen nehmen und den Faulpelzen geben (nur ein sehr geringer Teil der Sozialhilfeempfänger ist wirklich arm drann und findet keine Arbeit)! Das ihr Auffassung von Gerechtigkeit!

sepp2
sepp2
Tratscher
25 Tage 14 h

und das alles durch Junkers hilfe in Luxenburg

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