Aus für russischen Strom im Baltikum

Litauen stellt russische Energieimporte vollständig ein

Montag, 23. Mai 2022 | 12:02 Uhr

Litauen hat Energieimporte aus Russland nach eigenen Angaben vollständig eingestellt. Das Energiesystem des baltischen EU- und NATO-Lands funktioniere seit Sonntag ohne russisches Öl, Gas und Strom, sagte eine Sprecherin des Energieministeriums in Vilnius am Montag. Der litauische Energiebedarf werde nun durch mehr Eigenerzeugung, das Flüssiggas-Terminal in Klaipeda und Importe über die Verbindungsleitungen mit den baltischen und nordischen Nachbarländern gedeckt.

Bereits am Sonntag stellte Litauen den Import von Strom aus Russland ein, nachdem die Strombörse Nord Pool am Freitag den einzigen Importeur von russischem Strom in den baltischen Staaten vom Handel ausgeschlossen hatte. Damit wird Strom aus Russland nun auch in Estland und Lettland nicht mehr importiert und gehandelt. Dies werde die Sicherheit der Stromversorgung aber nicht beeinträchtigen, teilten die Stromnetzbetreiber der drei Länder mit. Sie hatten zuvor bereits ihre Übertragungskapazität für russische Stromimporte reduziert.

Litauen importierte im vergangenen Jahr noch rund 16 Prozent seines gesamten verbrauchten Stroms aus Russland. Der baltische Staat hatte vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine bereits die Einfuhr von russischen Öl und Gas eingestellt. Dies sei nicht nur ein wichtiger Meilenstein für Litauen auf dem Weg zur Energieunabhängigkeit, sondern auch ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine, hieß es aus dem Energieministerium in Vilnius.

Litauens Parlament hatte die Regierung in Vilnius in März angesichts des Ukraine-Kriegs dazu aufgefordert, den Import und Verbrauch von russischen Energieressourcen so schnell wie möglich zu stoppen. Nach Parlamentsangaben bezog Litauen jährlich Öl, Gas und Strom im Wert von mehr als 3 Milliarden Euro aus Russland.

Von: APA/dpa

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