In Frachtflugzeugen ist der Transport gut möglich

Logistiker rechnen mit 10 Mrd. Dosen Corona-Impfstoff

Mittwoch, 18. November 2020 | 11:56 Uhr

Die globale Logistikbranche bereitet sich schon jetzt auf die globale Verteilung von Covid-19-Impfstoffen vor, die in den nächsten Monaten auf den Markt kommen könnten. Den Großteil des Geschäfts werden die Logistikriesen Deutsche Post DHL, Fedex, UPS sowie Kühne + Nagel machen, die Pharma-Geschäftszweige haben und einen gekühlten Transport sicherstellen können. Gespräche mit den Pharmafirmen laufen seit langem, hieß es von den Logistikern.

Die Aufgabe der weltweiten Verteilung sei eine große Herausforderung, man sei aber gut vorbereitet. Kühne + Nagel und DHL teilten mit, man habe bereits erste Logistikverträge zu Covid-19-Impfstoffen abgeschlossen.

Knackpunkt bei dem Transport ist die Kühlung der Präparate. Der Impfstoff der Unternehmen Biontech aus Mainz und Pfizer aus den USA, dessen Entwicklung besonders weit ist, benötigt hierbei eine Kühlung von minus 70 Grad beim Transport. Bei anderen Präparaten sind minus 20 Grad nötig oder Temperaturen bis plus acht Grad – für das Vakzin der US-Firma Moderna, das ebenfalls sehr weit gediehen ist, reichen nach Firmenangaben Temperaturen über null Grad.

Die Deutsche Post DHL erwägt, für ihr Lager-Netzwerk mehrere hundert besonders kalte Tiefkühlschränke (“Ultralow-Freezer”) zu kaufen, sie kosten jeweils einen niedrigen fünfstelligen Eurobetrag und haben Platz für mehr als 25.000 Fläschchen, die gut 100.000 Impfdosen enthalten könnten. “Wir durchleuchten unsere Infrastruktur auf die Kapazitäten, bei minus 20 oder minus 70 Grad liefern zu können”, sagt der zuständige DHL-Manager Thomas Ellmann.

Neuland sei das nicht für sein Unternehmen, in einem Zwischenlager an der deutsch-niederländischen Grenze gebe es beispielsweise bereits 58 solcher Tiefkühlschränke. Die werden aber bereits benutzt und sind bereits voll – auch spezielle pharmazeutische Substanzen, Impfstoffe für Tiere und Produkte für klinische Studien müssen bei den extremen Minusgraden gelagert werden. So gesehen habe man reichlich Erfahrung mit Transporten in solchen Temperaturen, sagt Ellmann.

Im Flugzeug und auf Lkw kommen die Präparate in Kunststoffboxen mit Trockeneis, also gefrorenem CO2. Solche Boxen könnten eine Temperatur von minus 70 Grad bis zu sechs Tage halten, sagt der DHL-Manager.

Bisher ist der Transport von Impfstoffen und Medikamenten bei extremen Minusgraden eher ein Randgeschäft für die Logistiker, das Gros ihrer Dienstleistungen für die Pharmabranche macht der Transport von Präparaten bei zwei bis acht Grad plus und 15 bis 25 Grad aus. “Die Menge an Tiefkühlpräparaten, die wegen Covid-19 auf die Logistikbranche zukommt, ist eine große Herausforderung”, sagt Ellmann. Präparate gegen Ebola mussten in der Vergangenheit zwar ebenfalls in großen Mengen tiefgekühlt transportiert werden, Covid-19 habe als weltweites Thema aber eine viel größere Dimension.

Nach seiner Einschätzung wird die Logistikbranche in den nächsten zwei Jahren 10 Milliarden Covid-19-Impfdosen verschicken – manche Präparate werden mehrfach gespritzt werden müssen, daher sind es mehr Dosen als Menschen auf der Erde. “Wir werden gut zu tun haben”, sagt der Logistiker. Allerdings werden mit der Zeit auch Impfstoffe auf den Markt kommen, die beim Transport nicht tiefgefroren sein müssen, dementsprechend werden sich die Anforderungen an die Branche verändern und vereinfachen, ist der Logistiker überzeugt.

Der Logistikkonzern Kühne + Nagel mit Sitz in der Schweiz verfügt nach eigenen Angaben in Europa über eine eigene Flotte von 200 klimatisierten Pharma-Trailern, also Lkw-Anhängern. Zudem hat die Firma Verteilzentren mit Kühlkammern, die bis zu minus 20 Grad kalt sind. “Wir gehen aber davon aus, dass eine Temperatur von plus 2 bis plus 8 Grad Celsius in den meisten Fällen reichen wird”, sagt ein Firmensprecher. Sollten bis zu 80 Grad minus nötig sein für Transport und Lagerung, “haben wir auch dafür Lösungen”.

Von UPS heißt es, man habe die Nachfrage nach Transport von Impfstoffen und Covid-19-Tests im Blick und bereite das Netzwerk darauf entsprechend vor. Aus Sicht von Fedex ist die Verteilung eine der größten Herausforderungen, die es jemals gab für die Logistikbranche. “Covid-19-Impfstoffe setzen eine umfangreiche Logistik-Expertise voraus, damit sie effektiv in großen Stückzahlen auf der ganzen Welt verteilt werden können – ganz anders als bei traditioneller Fracht”, sagt Fedex-Europachefin Karen Reddington. “Von geeigneter Temperaturkontrolle bis hin zur schnellen Verzollung: das ist alles andere als ein gewöhnlicher Transport.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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17 Kommentare auf "Logistiker rechnen mit 10 Mrd. Dosen Corona-Impfstoff"


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nok
nok
Superredner
5 Tage 18 h

10 Mrd bei einer Einwohner Zahl von 7,8 Mrd weltweit???
Da bekommen die gestorbenen auch noch eine Dosis, vl stehen sie wieder auf…( ironie aus )…

tobias.peter
tobias.peter
Grünschnabel
5 Tage 15 h

Nimm drei, zahl zwei…

Gievkeks
Gievkeks
Tratscher
5 Tage 14 h

@nok:
Die Antwort kann man sich zwar selbst denken, aber sie steht auch im Artikel. Wer suchet der findet.

Abgesehen davon glaube ich niemals, dass soviele Dosen gebraucht werden, außer es wird weltweit eine Impfpflicht eingeführt.

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
5 Tage 14 h

@NOK
Es muss mehrmals geimpft werden.

Faktenchecker
5 Tage 13 h

Die Impfungen müssen 2 x im Abstand von einigen Wochen durchgeführt werden.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
5 Tage 13 h

@nok…Frage: Was wäre, wenn es nur 5 Milliarden Impfdosen gäbe und es wollten sich 6 !! Milliarden Menschen impfen lassen ? Wer entscheidet dann, wer in die Röhre schaut ? Darüberhinaus ist bekannt, dass viele Vorerkrankte zweimal !! geimpft werden müssen.

sophie
sophie
Superredner
5 Tage 12 h

@Ars Vivendi
Alle müssen zweimal geimpft werden, nicht nur vorerkrankte, und Impfstoff gibt es sicher in genüge nur mit ein bisschen Geduld wird er für alle die wollen, zur Verfügung stehen

nok
nok
Superredner
5 Tage 12 h

@Ars Vivendi
kann gebe ich dir recht, vielleicht haben sie nur 5 Mrd und erzählen uns sie haben 10 Mrd.

sophie
sophie
Superredner
5 Tage 12 h

@Ars Vivendi

Und Impfstoff sicher kein Problem, denn die Pharmakonzerne verdienen sich dabei eine goldene Nase

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
5 Tage 11 h

und das für eine Impfung wo man nichtmal weiss, ob sie funktioniert.

Zugspitze947
5 Tage 12 Min

@Ars Vivendi an Deinen Minus erkannt man mal wieder die BORNIERTHEIT Vieler Zeitgenossen ! Echt zum Kotz.. 🙁

Zugspitze947
5 Tage 10 Min

@Mezcalito DAS stimmt NICHT ! Denn dafür gibt es ja Tausenfache TESTS vorher und auch Nachher ! Also lass die Fachleute das machen,wir sollten froh sein dass das Sterben un die Folgern von Corona langsam abnimmt ! 🙁

giovanocci
giovanocci
Grünschnabel
5 Tage 15 h

des isch a Milliarden Dollar gschäft…

Susi
Susi
Tratscher
5 Tage 13 h

Für die Grippeimpfung haben sie auch fest geworben und ich warte seit einem Monat schon auf den Impfstoff. Und dann soll das mit Corona Impfung klappen? Wer’s glaubt..

Zugspitze947
5 Tage 9 Min

Susi: wer sich früh genug Impfen liess wie ich…… hat den Grippeimpfstoff bekommen 🙂

inni
inni
Tratscher
5 Tage 12 h

Nächstes Jahr zu dieser Zeit wird alles wieder gut sein 😀

Missx
Missx
Kinig
5 Tage 2 h

Wer von Euch ist denn so blöd zu glauben, 1 Milliarde der ärmsten der Armen hätten Zugang zu diesem Impfstoff

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