Noch bevor er fertig ist, hat er bereits den Flair einer Ruine

Lufthansa-Äußerungen zu BER-Abriss sorgen für Wirbel

Sonntag, 18. März 2018 | 15:29 Uhr

Äußerungen eines Lufthansa-Vorstands zu einem möglichen Abriss des immer noch nicht eröffneten Berliner Hauptstadtflughafens BER haben empörte Reaktionen der Verantwortlichen in Berlin und Brandenburg hervorgerufen. Flughafen-Chef Engelbert Lütke-Daldrup bemerkte: “Das ist Unsinn.”, Senatssprecherin Claudia Sünder sagte: “Die drei Gesellschafter sind sich einig: Der Flughafen wird fertiggebaut”.

Die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” hatte Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks mit den Worten zitiert: “Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut.” Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels erklärte daraufhin, das Unternehmen habe auf keinen Fall für einen Abriss des Flughafens plädieren wollen. “Das war eine zugespitzte Äußerung, um auf das Ausmaß der Probleme am Flughafen hinzuweisen”, ergänzte Matthias Eberle, Sprecher der Lufthansa-Billigfluglinie Eurowings. Lufthansa habe auch keinen solchen Ratschlag geben wollen.

Dirks hatte die Prognose Abriss und Neubau demnach am Freitag auf dem “Unternehmertag am Tegernsee” abgegeben, wo er als Eurowings-Chef geredet hatte. Die AUA-Mutter Lufthansa stehe vor dem Problem, dass ihre Ausstattung im Hauptstadtflughafen zwar installiert, nach jahrelanger Verzögerung der Eröffnung inzwischen aber bereits überholt sei.

Erst am Donnerstag hatte die Flughafengesellschaft bekanntgegeben, dass 750 Monitore für die Fluggastinformation ausgetauscht werden. Sie seien vor der 2012 geplanten Eröffnung eingebaut worden, sechs Jahre mit der allgemeinen Stromversorgung mitgelaufen und hätten nun das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Für die Eröffnung ist nach mehreren Verschiebungen inzwischen der Herbst 2020 angepeilt.

Von: APA/dpa