Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat große Pläne

Lufthansa-Chef kündigt tausend neue innerdeutsche Flüge an

Montag, 13. November 2017 | 11:53 Uhr

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat tausend weitere innerdeutsche Flüge pro Monat angekündigt. Wie die “Bild”-Zeitung berichtet, soll es diese Verbindungen ab Jänner 2018 geben. Damit werde der Engpass behoben, der durch den Wegfall der Air-Berlin-Flüge seit dem 28. Oktober entstanden war, hieß es in dem Bericht. Zudem will die AUA-Mutter Tausende neue Beschäftigte an Bord nehmen.

Derzeit sind Routen wie Berlin-München oder Berlin-Köln nahezu ausgebucht oder Tickets nur zu sehr hohen Preisen zu bekommen. “Ich kann versprechen, dass mit neuen innerdeutschen Flügen wieder stabile Preise kommen”, sagte Spohr der Zeitung. “Wir als Lufthansa wollen ja nicht die deutschen Verbraucher gegen uns aufbringen. Wenn ich in 100 Tagen alle Sympathien verspielen würde, die die Lufthansa in 65 Jahren aufgebaut hat, dann wäre ich schlecht beraten.” Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Die Lufthansa übernimmt große Anteile des Unternehmens.

“Wir werden im nächsten Jahr 8.000 neue Mitarbeiter einstellen”, sagte zudem Spohr der “Bild”. Allein die Billigflug-Tochter Eurowings soll durch den Zukauf von 81 Maschinen der insolventen Air Berlin um 3.000 auf rund 10.000 Mitarbeiter zulegen. Die Hälfte der 8.000 neuen Mitarbeiter werden Flugbegleiter sein, wie ein Lufthansa-Sprecher erklärte. Hier sind die Abgänge allerdings auch höher als in anderen Einsatzfeldern, da ein Job als Steward oder Stewardess zwischen Matura und Studium gefragt ist. Im Cockpit seien 800 Einstellungen und am Boden 1.300 geplant.

Die Lufthansa will auch bis zu 250 Mio. Euro in die krisengeschüttelte Alitalia stecken. Der Betrag könnte aufgrund von Vereinbarungen mit der italienischen Regierung sogar verdoppelt werden, berichtete die römische Tageszeitung “Il Messaggero”. Laut einem Plan, an dem die Chefetage der AUA-Mutter arbeitet, sollen bei der Alitalia 2.000 Jobs wegfallen, vor allem im administrativen Bereich. Die neue Airline soll nicht mehr als 6.000 Mitarbeiter zählen, circa 5.000 weniger als heute. Die Flotte soll aus 90 bzw. 100 Maschinen bestehen. Die Lufthansa will vor allem die Wartungssparte verwerten.

Das Angebot Lufthansas sei laut den drei Sonderkommissaren, die von der italienischen Regierung mit dem Verkauf der Airline beauftragt wurden, bisher das glaubwürdigste, das für die Airline eingetroffen ist. Aber auch der US-Fonds Cerberus arbeitet an einem Plan zur kompletten Übernahme der Alitalia. Das Offert des US-Investors wurde allerdings nicht im Rahmen des Wettbewerbs vorgestellt, den die Sonderverwalter der italienischen Airline ausgeschrieben haben. Laut Medienberichten ist Cerberus bereit, zwischen 100 und 400 Mio. Euro für die Alitalia auszugeben.

Sieben verbindliche Angebote sind nach Ablauf der Frist für die Einreichung der Angebote für die Übernahme der Alitalia am 16. Oktober eingetroffen. Diese werden jetzt von drei Sonderverwaltern geprüft, die die italienische Regierung bei der Krisen-Airline eingesetzt hat.

Von: APA/ag.

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