Die AUA beförderte im ersten Halbjahr 6,4 Millionen Passagiere

Lufthansa-Tochter AUA im Halbjahr ausgeglichen

Dienstag, 31. Juli 2018 | 14:23 Uhr

Teurerer Treibstoff und Kosten durch Schlechtwetter, Luftraumbeschränkungen und Betriebsversammlungen im März haben den Gewinn der Lufthansa-Tochter AUA im ersten Halbjahr 2018 schrumpfen lassen. Für das gesamte Jahr 2018 erwartet Finanzchef Wolfgang Jani nun ein “deutlich positives” Ergebnis, das aber unter dem Vorjahr (94 Mio. Euro angepasstes EBIT) liegen dürfte.

Wie üblich brachte das erste Quartal einen Verlust, der im zweiten Quartal mehr oder weniger wettgemacht wurde, teilte die AUA am Dienstag mit. Im Halbjahr lag das Betriebsergebnis (EBIT) mit einer Million Euro gerade noch im schwarzen Bereich, in der Vorjahresperiode hatte es einen Überschuss von 8 Mio. Euro gegeben. Das für die AUA im Mittelpunkt stehende angepasste Betriebsergebnis war mit drei Mio. Euro im Minus, nach einem Plus von 3 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Der Umsatz der AUA belief sich nach Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften (IFRS 15) auf 1,008 Mrd. Euro. Im Vorjahr hatte der Umsatz 1,09 Mrd. Euro betragen, bei vergleichbarer Berechnungsmethode hätte es aber einen Anstieg des Umsatzes gegeben, heißt es in der AUA-Mitteilung.

Der scheidende CEO der heimischen Austrian Airlines, Kay Kratky, übergab am Dienstag das symbolische Höhenmeter an den neuen Chef, Alexis von Hoensbroech. Dieser übernimmt ab Mittwoch das Steuer und will vor allem eines: den Gewinn der AUA so schnell wie möglich in die Höhe bringen. “Die AUA ist eine Fluggesellschaft im Steigflug”, meinte der studierte Astrophysiker Hoensbroech bei der Halbjahrespressekonferenz am Dienstag. Diese Dynamik werde sich fortsetzen lassen, auch wenn es zur “einen oder anderen Turbulenz kommen kann.”

Im Rendite-Himmel der Lufthansa fliegt die AUA ziemlich tief, alle anderen Schwesterunternehmen seien profitabler. Um die rot-weiß-rote Fluggesellschaft auf Kurs zu bringen und “investitionsfähig” zu machen, habe er die “eine oder andere Idee”. Hoensbroech, der bisher Vorstandsmitglied und CCO bei der Lufthansa Cargo war, hat vorerst einen Dreijahresvertrag unterschrieben, er werde wahrscheinlich vier bis fünf Jahre bleiben, sagte er.

Ein geschärftes, strategisches Konzept soll es bis Jahresende geben. Bis dahin will der fünffache Vater, der einst in die Integration der AUA in den Lufthansa-Konzern eingebunden war, “das Unternehmen und die Mitarbeiter kennenlernen.” Ob in neue Flieger investiert wird, hänge von der Leistung der AUA ab: “Erfolg macht sexy”, so Hoensbroech.

Das große Gerangel unter den Billigfliegern am Standort Wien werde man vorübergehend natürlich spüren, die AUA lasse sich dadurch aber nicht verunsichern. Die Marke Austrian Airlines sei sehr stark und “wir hoffen, diesen Wettbewerb überstehen zu können.”

Kratky geht nach drei Jahren mit “sehr befriedigenden Zahlen” von Bord. Die Buchungszahlen für die kommenden Monate seien sehr vielversprechend. Positiv werde sich die Überarbeitung des Streckennetzes auswirken, zudem wurden die neue “Premium Economy”-Klasse eingeführt und fünf Lounges in Wien erneuert.

“Wir haben die Auslastung deutlich gesteigert”, sagte CFO Wolfgang Jani zum ersten Halbjahr. 2018 soll der Gewinn aber geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Erlöse legten im ersten Halbjahr bereinigt um 4 Prozent zu, während die Kosten um knapp 5 Prozent anstiegen. Das liege zum einen an höheren Treibstoffkosten: Teureres Kerosin werde heuer mit 30 Mio. Euro mehr zu Buche schlagen. Auch die Personalkosten kletterten in die Höhe, 2018 wurden bisher 400 neue Mitarbeiter an Bord geholt. Zudem mussten viele Flüge wegen Schlechtwetter, Luftraumbeschränkungen und Betriebsversammlungen gestrichen werden.

Die Zahl der Passagiere legte im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 6,4 Millionen zu, die Auslastung stieg um 2,3 Prozentpunkte auf 75,8 Prozent. Mit den im Schnitt 14 Jahre alten Maschinen wurden 72.009 Flüge durchgeführt, die Regelmäßigkeit lag in den ersten sechs Monaten bei 98,1 Prozent, die Abflugspünktlichkeit betrug 80,2 Prozent. Der Personalstand belief sich Ende Juni auf 7.118 Mitarbeiter – man sei auch weiterhin auf der Suche nach Piloten und Kabinenpersonal, hieß es.

Kratky, der seinem Nachfolger “always blue skies” wünschte, plädierte an seinem letzten Tag an der AUA-Spitze mehrmals für einen Single European Sky, also eine gemeinsame Luftraumüberwachung, die das Chaos im europäischen Luftraum lindern würde. Das sei ein Thema, das in den Vorjahren nicht ernst genug angegangen wurde, kritisierte Kratky und forderte alle Beteiligten auf, schnell zu handeln.

Von: apa

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