„Sinnlose und nicht zielführende Ideen endlich ad acta legen“

lvh kritisiert sektorales Fahrverbot

Donnerstag, 16. Juli 2015 | 13:11 Uhr

Bozen – Ab Herbst soll das sektorale Fahrverbot für den Schwerverkehr auf den Tiroler Autobahnen wieder eingeführt werden. Während der Dachverband für Natur- und Umweltschutz diese Maßnahme in einem offenen Brief begrüßt, wehren sich die Transporteure im lvh vehement dagegen: „Das sind keine sinnvollen Lösungsansätze“, betont Elmar Morandell, Obmann der Frächter im lvh.
 
Sektorales Fahrverbot? „Nein, danke“, wehrt sich Elmar Morandell, Obmann der Südtiroler Frächter, ganz klar. Der Vorsitzende des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, Klauspeter Dissinger, hat in einem offenen Brief eine solche Maßnahme gutgeheißen und fordert, dass diese auch auf der Südtiroler Seite zum Tragen komme. Zusätzlich fordert Dissinger eine Verbesserung der Bahninfrastruktur, um das Lärmproblem im Eisacktal anzugehen.

„Der Gedanke, mehr Güter mit der Bahn zu transportieren, ist an sich nicht zu verwerfen. Allerdings stehen uns momentan nicht die notwendigen Mittel wie beispielsweise ein Bahngleis nur für Güterzüge zur Verfügung, um diese Ideen praktisch und effizient umsetzen zu können“, erklärt Morandell. Die Entscheidung, ob mehr Güterzüge eingesetzt werden, liege schlussendlich immer noch in den Händen der italienischen Staatsbahnen. „Und auch die Forderung des Dachverbands nach lärmarmen Rollmaterial wird eine Forderung bleiben, da die italienischen Staatsbahnen in Aussicht auf den BBT sicher nicht zig Millionen Euro investieren, nur um den Zugverkehr durch unsere kleine Provinz leiser zu machen“, fügt Morandell hinzu.

Der Obmann der Südtiroler Frächter wundert sich über die Aussagen des Vorsitzenden im Dachverband für Natur- und Umweltschutz in puncto Lebensqualitätssteigerung in Südtirol. Schuld an den schlechten Luftwerten sei laut Klauspeter Dissinger in erster Linie der nächtliche Schwerverkehr. „Nachts fahren auf der Brennerautobahn ausschließlich die umweltfreundlichen Euro-6-Lkw, die verderbliche Waren transportieren, und das sind wirklich nur einzelne“, so Morandell.

„Wir sind uns vollkommen im Klaren darüber, dass unsere Branche vom Osten her immer mehr bedroht wird. Dies liegt allerdings daran, dass wir aufgrund der enormen Steuern und Abgaben, die wir dem Staat zu verdanken haben, nicht mit den Billiganbietern aus Polen, Ungarn und Rumänien mithalten können. Wir sind der einzige Sektor, dessen Dienstleistung nichts kosten dürfte, allerdings von allen genutzt und gebraucht wird“, erklärt Morandell. „Tradition, Heimatbewusstsein und Umweltschutz stehen auch bei den Frächtern an oberster Stelle, da wir immer die neuesten und umweltfreundlichsten Fahrzeuge haben“, bekräftigt der Obmann der Transporteure.

„Vielen Menschen ist einfach nicht bewusst ist, woher ihre Ware kommt und welchen Weg sie bereits im Lkw zurückgelegt hat. Denn alles, was wir im täglichen Leben brauchen, war irgendwann auf einem Lkw – auch wenn der Dachverband für Natur- und Umweltschutz das anscheinend nicht wahrhaben will“, so Morandell.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen