Kritisches Stirnrunzeln bei Alt-Handwerkern

Lvh: “Rentennachzahlung birgt Ungerechtigkeiten”

Donnerstag, 09. Juli 2015 | 16:13 Uhr

Bozen – Im August erhalten zahlreiche Südtiroler Pensionisten eine Rentennachzahlung aufgrund des Inflationsausgleichs. Mit Kritik reagieren die Althandwerker im lvh auf diese Maßnahme: „Die Auszahlungsbeträge sind nicht angemessen. Außerdem muss auch nach einer Lösung für jene Rentenempfänger gesucht werden, die am Existenzminimum leben“, fordert der Landesvorsitzende Johann Zöggeler.

Was auf den ersten Blick wie ein zusätzlicher finanzieller Bonus aussieht, ruft bei näherem Betrachten bei den Althandwerkern im Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister (lvh) kritisches Stirnrunzeln hervor: „Als das neue Rentendekret in Rom verabschiedet wurde, haben wir bereits bemängelt, dass bei dieser Regelung zwei fundamentale Prinzipien des Rechtsstaates verletzt werden, nämlich jenes der Gleichheit und der Wiederholbarkeit“, bemängelt der Landesvorsitzender Johann Zöggeler.

Da das italienische Verfassungsgericht die Streichung des Inflationsausgleichs aus dem Jahr 2011 durch die Regierung Monti widerrufen hat, ist nun eine einmalige Ausgleichszahlung vorgesehen: Renten, die mehr als 1.400 Euro monatlich brutto betragen, werden um Beträge zwischen 278 und 800 Euro aufgestockt. Im August soll die angekündigte Summe ausgezahlt werden. „Allerdings entspricht die Auszahlungssumme nur einem geringen Teil des Betrags, der den Pensionisten eigentlich zustehen würde“, betont Zöggeler.

„Auf ein viel größeres Problem wird zudem gar nicht eingegangen“, schlagen die Althandwerker im lvh Alarm. „In Südtirol gibt es zahlreiche Pensionsempfänger, die am Existenzminimum leben“, erklärt Zöggeler. „Wir fordern, dass den ärmeren Pensionisten der Bonus von 80 Euro gewährt wird und so die steuerfreien Rentenbeträge angehoben werden. Das Parlament in Rom muss sich mit dieser Ungerechtigkeit beschäftigen und die nötigen Korrekturen im Gesetz vornehmen.“

Von: ©lu

Bezirk: Bozen