Das Wiener Traditionsunternehmen leidet unter Altlasten

Manner litt auch 2016 noch unter Gebäudeteileinsturz

Freitag, 28. April 2017 | 11:35 Uhr

Der börsennotierte Wiener Süßwarenhersteller Manner hat auch 2016 noch unter den Folgekosten des Teilgebäudeeinsturzes im Jahr 2014 gelitten. Dazu kamen Aufwendungen für den Umbau und die Neuausrichtung des Standortes Wien. Dies belastete den Jahresüberschuss, der im Vorjahr von 2,92 auf 2,09 Mio. Euro sank. Die Dividende wird von 0,80 auf 0,40 Euro je Aktie gekürzt.

Trotz dieser Einschränkungen konnten die Umsatzerlöse 2016 von 193,4 auf 199,5 Mio. Euro gesteigert werden, geht aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Das operative Ergebnis (Ebit) ging allerdings von 4,09 auf 1,39 Mio. Euro zurück. Die Umsatzrentabilität sank von 2,1 auf 0,7 Prozent. Die Exportquote verringerte sich leicht von 59,11 auf 58,26 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte 2016 auch keine Versicherungsleistung beansprucht werden. Ertragsseitig wirkte sich der Verkauf der Liegenschaft Perg als Einmaleffekt aus. Die Sondersituation habe die gewohnte Produktionseffizienz nicht zugelassen, nach wie vor werde mit Mehrkosten produziert. Auch die Personalkosten seien gestiegen, betont das Unternehmen, deren Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Carl Manner, der Enkel des Firmengründers, vor kurzem im Alter von 87 Jahren verstarb.

Zum Ausblick heißt es im Geschäftsbericht, dass der Umsatz in den ersten beiden Monaten über dem Vorjahresniveau lag. Bei den wichtigen Rohstoffen werden heuer die Einstandspreise deutlich über dem Niveau von 2016 liegen. Während Kakao- und Haselnusspreise unter dem Vorjahr liegen, werde dies durch Preissteigerungen bei Fetten, Milchprodukten und Zucker mehr als ausgeglichen. Derzeit seien noch nicht alle Bezugskosten einschätzbar.

Der Schwerpunkt in der Produktion liege auf der Umsetzung des Standortkonzeptes in Wien. Die Übersiedelungen sollen bis Ende des ersten Quartals 2018 abgeschlossen sein. Bis dahin werden die Nachwehen des Gebäudeteileinsturzes das Unternehmen begleiten. Neben den zusätzlichen Kosten und Investitionen habe der Teileinsturz auch zu einer Projektverzögerung von sechs bis neun Monaten geführt.

Die Josef Manner & Comp. AG steht zu 88,41 Prozent im Eigentum des “Manner”-Syndikats, bestehend aus der Privatstiftung Manner (26,66 Prozent), der Andres Holding GmbH (24 Prozetn) und Dr. Carl Manner (13,77 Prozent). Von den restlichen 11,59 Prozent entfallen 5,7 Prozent auf die Wawel S.A. und der Rest befindet sich im Streubesitz. Die Aktie wurde zuletzt an der Wiener Börse mit 55,63 Euro gehandelt. Die Umsätze sind äußerst gering.

Von: apa