Ernte hat begonnen

Marillen locken ins Vinschgau

Dienstag, 21. Juli 2015 | 12:18 Uhr

Schlanders – Vielerorts leuchten im Vinschgau zurzeit orange Früchte von den Bäumen: Im Vinschgau ist Marillenzeit. Für die 120 Bauern – welche im Nebenerwerb diese typische Vinschger Frucht anbauen – ist die Ernte voll angelaufen. Und damit ist auch in den Vermarktungsstätten Hochsaison. „Wir schätzen die Ernte der Marillen heuer als gut bis sehr gut ein. Sollte das gute Wetter so anhalten, haben wir heuer sicherlich eine außerordentlich gute, aromatische Marille zu erwarten,“ sagt Gerhard Eberhöfer von der VI.P, dem Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse. Er ist für den Verkauf der Marillen zuständig und somit Experte, wenn es um die gesunde, vielfältige Frucht geht. Frische Vinschger Marillen sind in folgenden Geschäften erhältlich: In der Verarbeitungsstätte der VI.P – Bio Vinschgau (Industriezone Nr. 9) in Latsch, den Genossenschaften JUVAL in Kastelbell, der MEG – Südtiroler Erdbeerwelt in Martell, der GEOS in Schlanders, der OVEG in Eyrs und in ausgewählten Geschäften, wie beispielsweise dem Vinschger Bauernladen in Staben-Naturns. Aufgrund der großen Nachfrage nach den Vinschger Marillen wurde ein Marillen-Hotline unter Tel. 0473 723324 einrichtet. Es wird empfohlen die gewünschte Menge an Marillen vorab vorzumerken.

Guter Geschmack durch Vinschger Klima

Das einzigartige Klima im Vinschgau mit viel Sonne, wenig Regen und großen Temperatur-schwankungen lässt die Marillen besonders gut gedeihen. Das Anbaugebiet erstreckt sich von Naturns bis Mals in Höhenlagen zwischen 550 und 1.150 m.ü.d.M. Geschmack, Aroma- und Inhaltsstoffe bilden sich in diesen Regionen langsamer, dafür aber umso intensiver. Die wichtigste Sorte ist die „Vinschger Marille“. Diese eigenständige, eingetragene Sorte gibt es seit über 100 Jahren und sie hat sich bestens mit dem Klima im Vinschgau arrangiert. Bei 85 Prozent der Marillen, die im Vinschgau angebaut werden, handelt es sich um diese Sorte. Sie ist besonders wegen ihrer hervorragenden Geschmackseigenschaften für den Frischverzehr und zum Herstellen von Marmeladen, Säften und Schnäpsen sehr gefragt. Die restlichen 15 Prozent der Marillenproduktion fallen zum größten Teil auf die drei Sorten Orangered®, Goldrich und Hargrand. Sie haben eine schöne Frucht, sind aber eher für den Frischverzehr oder für die Herstellung von Saft geeignet. Die Vinschger Marille wird von der VI.P zur Veredelung auch zu originaler Vingschger Marillenmarmelade weiterverarbeitet. Diese ist das ganze Jahr über in den Detailgeschäften der Genossenschaften erhältlich.

Gesund und hält jung

Marillen haben einen hohen Gehalt an Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen sowie an Vitaminen Niazin, Folsäure, Vitamin B5, Vitamin C und vor allem an Provitamin A. Letzterer ist so hoch wie bei kaum einer anderen Frucht. Die Marillen sind reich an Ballaststoffen. Sie gilt als süßer Carotinspender. Ihr Gehalt an Carotin ist höher als bei den meisten anderen Früchten. Carotine fördern vor allem das Sehvermögen und haben eine Schutzfunktion für die Haut. Eisen fördert die Blutbildung und die Kieselsäure ist wichtig für Nägel und Haare. Die Marille ist auch reich an Pektin, weswegen sie einen hohen Nährwert hat. Ihr Fruchtzucker ist leicht verdaulich, deshalb ist die Marille ideal für Sportler, Kranke und Schwangere. Weiters fördern ihre Ballaststoffe die Verdauung. Marillen sind also nicht nur köstlich, sondern auch sehr gesund und zudem arm an Kalorien. 100 gr Marillen haben nur 43 kcal. Aufgrund ihrer gesunden Bestandteile wird der Marille eine lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben. So wird der hohe Marillenkonsum der Hunza, ein Bergvolk in Pakistan, als Grund dafür angeführt, dass sie im Schnitt zehn Jahre älter werden als Mitteleuropäer.

Von: ©mk

Bezirk: Vinschgau