Fronten verhärtet

Massive Warnstreiks in deutscher Metallindustrie ab Montag

Freitag, 05. Januar 2018 | 14:22 Uhr

Im Lohnkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie beginnt am Montag mit deutschlandweiten massiven Warnstreiks der IG Metall die heiße Phase. “Wir werden ordentlich Druck aufbauen, damit sich die Arbeitgeber am Verhandlungstisch endlich bewegen”, sagte der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler am Freitag.

Die Warnstreiks seien die Antwort auf die bisher ablehnende Haltung der Arbeitgeber zu den Arbeitszeitforderungen und die viel zu geringe angebotene Lohnerhöhung, ergänzte Baden-Württembergs Bezirksleiter Roman Zitzelsberger. Eine erste größere Arbeitsunterbrechung plant die Gewerkschaft am Montagmorgen beim Sportwagenbauer Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen. Dort hatten bereits in dieser Woche nach Gewerkschaftsangaben rund 2.500 Beschäftigte die Arbeit für eine Stunde niedergelegt.

Zum Auftakt der Proteste plant die IG Metall zunächst Aktionen bei mehreren Autozulieferern wie etwa bei Kirchhoff Automotive in Iserlohn, dem Unternehmen des nordrhein-westfälischen Verhandlungsführers der Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff. Bis zum Beginn der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag in Baden-Württemberg sind täglich mehr Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen: im Südwesten in rund 230 Betrieben, in Nordrhein-Westfalen bis zu deren Verhandlungstermin am 18. Jänner sogar in mehr als 500 Betrieben. Die Arbeitgeberverbände kritisierten die Warnstreiks als unnötige Verschärfung des Konflikts.

Nach den ersten beiden Verhandlungsrunden lagen die Tarifparteien noch weit auseinander: Die IG Metall fordert für die größte deutsche Industriebranche mit ihren rund 3,9 Millionen Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn ab Jänner bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber boten zwei Prozent Lohnerhöhung ab 1. April an sowie 200 Euro Einmalzahlung für die ersten drei Monate des Jahres.

Beim Thema Arbeitszeit sind Gewerkschaft und Arbeitgeber auf Konfrontationskurs. Die IG Metall will ein individuelles Recht auf eine zeitweise Arbeitszeitverkürzung auf 28 Wochenstunden durchsetzen und fordert Zuschüsse für Arbeitnehmer, die weniger arbeiten, um Angehörige zu pflegen oder Kinder zu betreuen. Die Unternehmen verlangen im Gegenzug die Möglichkeit, mehr Beschäftigte als bisher länger als 35 Wochenstunden ohne Zuschläge arbeiten zu lassen.

Von: APA/ag.

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