Von ursprünglich 17.599 Kandidaten sind 12.442 zum Aufnahmeverfahren gekommen

Medizinaufnahmetest: Bewerberschwund, aber kein Corona-Verdachtsfall

Freitag, 14. August 2020 | 15:15 Uhr

Ohne Corona-Verdachtsfall, dafür mit erhöhtem Bewerberschwund hat der Aufnahmetest für die Medizin-Unis Wien, Graz, Innsbruck und die Linzer Medizin-Fakultät am Freitag stattgefunden. Von den ursprünglich 17.599 Angemeldeten sind laut den Unis 12.442 zum Aufnahmeverfahren gekommen, ein Drittel ist also nicht erschienen. Bisher gab es laut Medizin-Uni Wien stets ein Minus von 20 Prozent.

Über den Medizinaufnahmetest werden die insgesamt 1.740 Studienplätze in Human-und Zahnmedizin an den vier Unis vergeben (Wien: 740, Graz: 360, Innsbruck: 400, Linz: 240). Für den diesjährigen Test hatten sich trotz Corona-Pandemie so viele Interessenten angemeldet wie nie zuvor. Rund ein Zehntel hat allerdings schon im Vorfeld die Anmeldung zurückgezogen: Wegen der Verschiebung des Testdatums (ursprünglich geplanter Termin war der 3. Juli) aufgrund der Corona-Pandemie gab es diesmal die Möglichkeit, bei Abmeldung die Testgebühr von 110 Euro zurückzubekommen. Zuletzt hatten die vier Unis mit rund 16.000 Testteilnehmern gerechnet.

An der Medizin-Uni Wien sind konkret 6.116 Personen angetreten, angemeldet waren ursprünglich 8.620. Davon haben 1.754 Bewerber aus Deutschland, Salzburg, Nord-, Ost- und Südtirol, Vorarlberg und Oberösterreich ihren Test im Messezentrum Salzburg geschrieben. 4.362 Kandidaten aus den anderen Bundesländern Österreichs, aus EU- und Nicht-EU-Ländern sowie alle Interessenten fürs Zahnmedizinstudium sind in der Messe Wien angetreten.

Für Vizerektorin Anita Rieder sind mehrere Erklärungen für den Bewerberschwund vorstellbar: So könnten etwa die coronabedingten Reisebeschränkungen ein Faktor sein, in Wien gab es immerhin für Human- und Zahnmedizin insgesamt knapp 550 Anmeldungen von Nicht-EU-Bürgern. Dazu kommt der eindringliche Appell aller Medizin-Unis, dass Kandidaten mit Krankheitssymptomen oder nach einer Reise in ein Risikogebiet keinesfalls am Test teilnehmen sollen. “Ich kann mir schon auch vorstellen, dass die Gesamtsituation dazu beigetragen hat.”

An der Medizin-Uni Graz sind von den 3.139 angemeldeten Bewerbern 2.320 zum Test erschienen, in Innsbruck sind 2.793 von ursprünglich 4.008 ursprünglich Angemeldeten gekommen. In Linz haben 1.213 Personen die Prüfung geschrieben, davon 614 am Teststandort im Design Center Linz und 599 in der Messe Wels; ursprünglich hatte es 1.832 Anmeldungen gegeben.

Wegen der Corona-Pandemie hat das Aufnahmeverfahren heuer unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen und an mehr Standorten als bisher stattgefunden. An allen Testorten durfte das Gelände nur in einem zugewiesenen Zeitslot betreten und verlassen werden. Bei der Medizin-Uni Wien und der Uni Linz wurde das gesamte am Testort eingesetzte Personal im Vorfeld auf eine Covid-19-Infektion getestet. Für die Teilnehmer waren Abstandhalten, Händedesinfektion und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes abseits des Sitzplatzes Pflicht, für Angehörige von Risikogruppen gab es Extra-Räume mit noch größeren Abständen und eigenen Zugangszeiten.

Vor Betreten des Testareals wurde außerdem bei allen Kandidaten kontaktlos Fieber gemessen. Dabei sei zwar vereinzelt erhöhte Temperatur gemessen worden, nach einer weiteren Messung und einem Experten-Check durch die Triage-Teams des Roten Kreuzes gab es allerdings an keinem Standort keinen Covid-19-Verdachtsfall, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung der Unis.

Inhalt und Zeitplanung vom MedAT wurden nicht verändert: Es werden das schulische Vorwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz und Testverständnis sowie kognitive Fertigkeiten (etwa Zahlenfolge, Merkfähigkeit, Implikationen erkennen) getestet. Beim Bereich “Emotionen Erkennen” müssen die Bewerber anhand der Beschreibung einer Situation feststellen, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Angehende Zahnmediziner müssen statt Textverständnis und dem Erkennen von Implikationen außerdem manuelle Fertigkeiten nachweisen.

In der Humanmedizin gehen 75 Prozent der Studienplätze an allen Unis an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent sind für Studienwerber aus Drittstaaten vorgesehen. In der Zahnmedizin werden die Plätze unabhängig von der Nationalität an die Bewerber mit dem besten Testergebnis vergeben.

Von: apa

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