Bezüglich Alipay gibt es offenbar Bedenken

Mega-Börsengang der Alibaba-Tochter Ant droht Verzögerung

Dienstag, 13. Oktober 2020 | 14:37 Uhr

Der für Oktober geplante weltgrößte Börsengang der Ant Group in China droht eine Verschiebung. Die chinesische Finanzaufsicht prüft einen möglichen Interessenskonflikt mit der zu Alibaba gehörenden Zahlungsplattform Alipay, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Diese Untersuchung könne die Genehmigung der voraussichtlich 35 Milliarden Dollar (30 Mrd. Euro) schweren Platzierung durch die zuständigen Behörden verschieben.

Es sei aber unwahrscheinlich, dass die Pläne des chinesischen Amazon-Konkurrenten Alibaba komplett begraben würden. Hintergrund der Prüfung der China Securities Regulatory Commission (CSRC) sei, dass Alipay für manche Kleinanleger der einzige Kanal sei, über den sie sich an Ant Group beteiligen könnten, sagten die Insider. Dafür wurden Ende September extra Investmentfonds aufgelegt, in die mehr als zehn Millionen Kleinanleger investiert hatten.

Ant nutzt damit sein Fast-Monopol, um Banken lukrative Geschäfte wegzunehmen. Denn durch die Vereinbarung wurden Banken und Brokerhäuser ausgeschlossen, über die Anleger normalerweise im Rahmen eines Börsengangs Aktien erwerben können. Ant wollte sich nicht äußern, von CSRC war zunächst kein Kommentar zu erhalten.

Ant Group wartet schon seit einer Weile auf die finale Genehmigung des Börsengangs, der mit 35 Milliarden Dollar die bisher größte Neuemission des Ölgiganten Saudi Aramco übertreffen könnte. Die Alibaba-Tochter strebt eine doppelte Platzierung in Hongkong und Shanghai an und braucht von der CSRC die Genehmigung dafür. Eigentlich war der Sprung aufs Parkett noch vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November geplant, die Experten zufolge Turbulenzen an den Börsen auslösen könnte.

Von: APA/ag.

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