Fünftes Meisterforum

Meister setzen auf Qualität

Mittwoch, 29. Juli 2015 | 15:37 Uhr

Bozen – Qualitätsvolles Handwerk hat seinen Preis: Dessen sind sich auch Südtirols Meisterinnen und Meister bewusst. Worauf es bei der Erstellung einer klar strukturierten Kostenrechnung ankommt und wie man den Wert von handwerklicher Arbeit vermittelt, wurde Südtirols Experten beim fünften Meisterforum klar veranschaulicht.

„Die genaue Kalkulation einer Arbeitsstunde ist das Um und Auf einer klar strukturierten und zielführenden Kostenrechnung“, betonte Othmar Untergassmair beim Meisterforum in Bozen. „Die Kostenrechnung wird häufig als mühsam empfunden, allerdings hat sie sich sowohl in Einzelunternehmen als auch in Großbetrieben immer wieder bewährt.“ Eine funktionierende Betriebsführung stand deshalb im Mittelpunkt der fünften Ausgabe des Meisterforums, das vom Südtiroler Meisterbund in Zusammenarbeit mit dem Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung organsiert wurde.

Zahlreiche Meisterinnen und Meister waren der Einladung in die Gärtnerei Raffeiner in Bozen gefolgt. Eine Stunde lang führten der Gärtnermeister Valtl Raffeiner und seiner Tochter Barbara Raffeiner dabei die Gäste durch ihren Betrieb: Seit 45 Jahren gestaltet die Gärtnerei die Blumenlandschaft Südtirols mit und hat ihr mit der Südtiroler Orchidee, die dort gezüchtet wird, eine eigene Note verliehen.

Unter dem Motto „Qualität hat ihren Preis“ präsentierte Othmar Untergassmair, Betriebsberater mit Schwerpunkt Kostenrechnung und Kalkulation, den Anwesenden anschließend ein funktionierendes Betriebskalkulationsmodell.

„Es sind simple, aber fundamentale Fragen, die man sich zu Beginn stellen muss“, erklärte der Experte in seinem Impulsvortrag. „Wie legt man einen Stundensatz fest? Nach welchen Kriterien geht man dabei vor? Und vor allem: Wie vermittelt man dem Kunden den Wert der Handwerksleistung?“

Grundsätzlich setzt sich ein Stundenverrechnungssatz aus folgenden Kosten zusammen: 32 Prozent ergeben sich aus dem Bruttolohn des Mitarbeiters pro Stunde, 13 Prozent werden für tarifliche und gesetzliche Sozialaufwendungen berechnet und 50 Prozent sind auf betriebliche und kalkulatorische Gemeinkosten zurückzuführen. „Lediglich fünf Prozent macht am Ende der Zuschlag für das Unternehmerrisiko und den Unternehmergewinn aus“, rechnet Untergassmair vor. „Die Herausforderung dabei ist aber sicher die Sensibilisierung aller Beteiligten: Einerseits muss den Betriebsinhabern der Sinn einer fundierten Kostenrechnung präsentiert werden und andererseits sollen die Kunden verstehen und nachvollziehen können, wie sich der Stundensatz eines Handwerkers zusammensetzt und welchen Preis handwerkliche Leistung wirklich hat.“

Die Veranstaltungsreihe des Meisterforums endet am 11. September mit dem Thema „Kooperation als Chance“, das in der Drechslerei Klotz in Tscherms stattfindet. Nähere Informationen finden Interessierte auf der Homepage www.meisterbund.it oder unter info@meisterbund.it.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen