Migration fördert den Wohlstand

Migration steigert den Wohlstand in den meisten Ländern

Mittwoch, 26. Mai 2021 | 14:20 Uhr

Mit einer Studie über die Wohlfahrtseffekte der Migration will die Boston Consulting Group (BCG) mit Mythen aufräumen, dass Migration die Einheimischen ihre Arbeitsplätze kosten oder zu einem “Brain Drain” in den Herkunftsländern führen würde. Im Gegenteil kommen die Analysten in einer jüngst veröffentlichten Bewertung zu dem Ergebnis, dass die meisten Länder der Welt von Migration klar profitieren können.

Für rund 80 Prozent aller Länder sei Zu- und Abwanderung unterm Strich ein Gewinn, hießt es in der Analyse. Im Median verzeichne ein Land durch Zuwanderung durchschnittlich ein Plus im BIP-Wachstum von zwei Prozentpunkten.

Berücksichtigt wurden bei der Modellrechnung die Einwanderung, Auswanderung, das Bildungsniveau beider Ströme sowie Welthandel und Rücküberweisungen der Migranten in ihre Heimatländer, erklärte Johann Harnoss, BCG Associate Director für Innovation, gegenüber der APA. Für die Migrationszahlen wurde die OECD-Statistik aus dem Jahr 2010 herangezogen – das seien laut BCG die aktuellsten weltweit vergleichbaren Zahlen. Für Österreich standen damals 10,8 Prozent Ein- und 4,6 Prozent Auswanderung (gemessen an der Gesamtbevölkerung) zu Buche.

Laut der Studie ergibt sich für Österreich ein deutlicher Wohlstandsgewinn aus der Zuwanderung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf und pro Jahr erhöhe sich nämlich aufgrund der Zu- und Auswanderungsströme um 1.700 US-Dollar (umgerechnet rund 1.386 Euro).

Österreich profitiere vor allem von der höheren Nachfrage, die durch die Zuwanderung im Inland entstehe sowie von einer erhöhten Innovationskraft in den Firmen. Diese würden in erster Linie von mehr Diversität in den Teams profitieren, in weiterer Folge stiegen auch die Produktivität und die Einkommen an. Die Einwanderung in andere EU-Länder, die wichtige Handelspartner für Österreich sind, verbessere zudem die Exportmöglichkeiten für österreichische Produkte. “So kann Einwanderung in anderen Ländern dafür sorgen, dass es zu positiven Wohlstandseffekten in Österreich kommt”, so Harnoss gegenüber der APA.

Spitzenreiter beim Wohlstandsgewinn sei weltweit Australien, wo der BIP-Zuwachs bei 5.800 Dollar pro Kopf und Jahr liege. Deutschland liege dagegen mit 800 Dollar deutlich hinter Österreich. Das liege einerseits daran, dass Österreich sowohl mehr Zu- als auch Auswanderung verzeichne als Deutschland, aber auch daran, dass Österreich einen Netto-Überschuss aus Rücküberweisungen aufweise, während Deutschland ein Defizit verzeichne, so Harnoss.

Weltweit bringe die Zuwanderung in Ziel- und Herkunftsländern jährlich ein BIP-Plus von 2,7 Billionen US-Dollar (2,2 Billionen Euro). Für die Zukunft würden sich aber noch deutlich höhere Gewinne erzeugen lassen, die Grenzen müssten dafür aber weiter geöffnet werden. “Je nachdem, wie stark man die Grenzen öffnet, liegt der mögliche zukünftige Zugewinn zwischen 15 und 95 Billionen Dollar pro Jahr”, heißt es in der Studie.

Von: apa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Migration steigert den Wohlstand in den meisten Ländern"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
28 Tage 2 h

Zum Teil werden die Erkenntnisse aus dieser Studie stimmen….vieles ist aber pure Schönrederei und Verkennung der Tatsachen….in die USA oder Australien kann nur wer immigrieren der auch etwas mitbringt und Arbeit hat.Die Einwanderung hunderttausender teils wenig gebildeter Leute aus anderen Kulturen nach Europa bringt ganz andere Probleme mit sich und führt zwangsläufig zur Konfrontation…da hilft alle Schönfärberei nichts…

Faktenchecker
28 Tage 2 h

Die USA leben von den billigen ungelernten Migraten aus Lateinamerika!

Faktenchecker
28 Tage 3 h

Südtirol könnte noch reicher sein wenn die FH nicht wären. Bei der Wahl beachten.

Zugspitze947
27 Tage 7 h
Das stimmt sicher,denn  OHNN Gastarbeiter in den 50-60er Jahren wäre das große Wirtschaftswunder in Deutschland NICHT möglich gewesen ! DAS Problem sind heute die laschen Gesetze gegen kriminelle oder sich NICHT integrierende Migranten bzw. Gastarbeiter ! DAS Problem wurde früher viel besser gelöst indem man hart durchgegriffen hat ! Wer sich nicht anpasst an das Gastland gehört OHNE Rücksicht auf Krieg oder sonst was abgeschoben !!!!!! Als ich 1965 am Bodensee einer der ersten Gastarbeiter in der Gemeinde Bodman war wurde mir DAS ganz klar angedroht und ich finde das richtig. 10 Jahre lang gab es die Aufenthalts und Arbeitserlaubnis… Weiterlesen »
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