Arabica-Kaffee seit Jänner um 60 % teurer

Missernte in Brasilien treibt Kaffeepreise in die Höhe

Montag, 26. Juli 2021 | 06:24 Uhr

Erst Dürre, dann Frost: Wetterkapriolen haben den weltgrößten Kaffeeproduzenten Brasilien hart getroffen und lassen die Preise der Bohnen drastisch steigen. Der für den späteren Handel vorgesehene Preis für Arabica-Kaffee, einer der wichtigsten Rohstoffexporte des südamerikanischen Landes, lag am Freitag bei knapp 3,50 Euro pro Kilo – und damit auf dem höchsten Stand seit 2014. Verbraucher müssen sich deshalb wohl künftig auf höhere Preise gefasst machen.

Seit Jänner ist der Preis für Arabica-Kaffee um 60 Prozent in die Höhe geschnellt. Und auch der Preis für Robusta-Kaffee – der unter anderem für Instant-Granulat genutzt und hauptsächlich in Asien angebaut wird – erlebte im bisherigen Jahresverlauf einen Preisanstieg von fast 40 Prozent.

“Es gibt mehrere Gründe für den astronomischen Preisanstieg bei Kaffee”, sagt Rabobank-Analyst Carlos Mera. Hauptgrund seien die verheerenden Wetterbedingungen in Brasilien, aber auch steigende Transportkosten und politische Unruhen im drittgrößten Produktionsland Kolumbien würden ihren Teil beitragen.

Brasilien litt zu Beginn dieses Jahres unter einer historischen Dürre. In der vergangenen Woche folgte Frost auf wichtigen Plantagen in Minas Gerais – einem südöstlichen Bundesstaat im Landesinneren, aus dem 70 Prozent der Arabica-Bohnen des Landes kommen. “Die Minusgrade haben zu Laubfall geführt und die jüngsten Pflanzen zerstört”, sagt Mera. Diese sind allerdings für künftige Ernten entscheidend.

Arabica ist auch deshalb so stark betroffen, weil die Pflanze einen zweijährigen Zyklus hat, bei dem auf eine ertragsarme Produktion im einen Jahr eine Rekordernte im nächsten Jahr folgt. Gleichzeitig hat die weltweite Kaffeenachfrage nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie, während der Café- und Restaurantbetrieb teilweise eingeschränkt war, wieder stark angezogen.

Die Verbraucher merken von all dem zwar derzeit noch nichts, das kann sich aber ändern: Die steigenden Preise würden nur langsam an die Verbraucher weitergegeben, sagt Mera. “Die Röster nutzen den für den späteren Handel vorgesehenen Preis, um sich gegen kurzfristige Steigerungen abzusichern”, sagt der Experte. Daher dauere es normalerweise drei bis neun Monate, bis die Auswirkungen im Einzelhandel zu spüren seien.

Außerdem waren die Kosten für Kaffee in den vergangenen Jahren besonders niedrig, wie Rohstoffökonom Philippe Chalmin erklärt. Er erinnerte daran, dass ein Kilo Arabica im Mai 2011 über 5 Euro kostete.

Gelitten hätten zuletzt nicht die Verbraucher, sondern die Produzenten, sagt Valeria Rodriguez von der Fair-Trade-Vereinigung Max Havelaar. Sie hätten eine sehr lange Preiskrise erlebt. “In den vergangenen vier oder fünf Jahren haben die meisten von ihnen mit Verlust gearbeitet”, sagt sie. Die neuen Ernteschäden verschlechterten die Situation noch zusätzlich.

Von: APA/AFP

Kommentare
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buggler2
buggler2
Tratscher
1 Monat 30 Tage

Wieder so eine Macht und Gewinnstraegie der großen Konzerne

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 30 Tage

…alle Preise gehn in die Höhe…
😂

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 30 Tage

Nein denn wenn man der Landwirtschaft alles verbieten will wird das die neue Realität!

Wiesodenn
Wiesodenn
Tratscher
1 Monat 30 Tage

Da werden die Kaffeebauern wohl “reich” werden, oider sahnen alles die Konzerne ab?

quilombo
quilombo
Superredner
1 Monat 29 Tage

nur die Konzerne

schneidigozoggla
1 Monat 30 Tage

Noar wert do macchiato itzan wo 2,50 koschtn

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 29 Tage

Ich denke, dass es nicht die erste Missernte war. Aber gute Ausrede , um die Preise In die Höhe schnellen zu lassen. Wie so vieles mehr.

tutu
tutu
Grünschnabel
1 Monat 29 Tage

Ma wenns lei do Kaffee war … olls isch teurer geworden und jo … die Löhne olm gleich … komisch net?

quilombo
quilombo
Superredner
1 Monat 29 Tage

erwischen tut es immer die kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe.
Die Großen halten sich über Wasser.
Aber die Zwischenhändler sahnen ab wie immer.

Lana2791
Lana2791
Superredner
1 Monat 29 Tage

Nor werds nimmer long dauern dass mir fürn Espresso 2 € zohln derfn!
Caffe trinken isch eh ungsund

Tigre.di.montana
1 Monat 29 Tage

@Lana2791:
“Caffe trinken isch eh ungsund.”
Nein. Moralapostel versuchen seit 300 Jahren den Menschen in Europa einzureden dass Kaffeetrinken ungesund sei. Stimmt nicht. Wir sollten das mal bei einem Espresso, einem Latte macchiato oder einer Schale Gold eingehend erörtern.
PS: an Wasser sterben jedes Jahr Badegäste.

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