Geschäftsführer George sprach von positiven Gesprächen mit Lieferanten

Möbelkonzern Kika/Leiner massiv unter Druck

Montag, 04. Juni 2018 | 18:45 Uhr

Der Möbelkonzern Kika/Leiner mit seinen 5.000 Mitarbeitern ist unter Druck. Seit Freitag übernimmt der Kreditversicherer Euler-Hermes laut “Presse” keine Risiken mehr. Kika/Leiner-Chef Gunnar George traf der Schritt unvorbereitet: “Das hat sich nicht angekündigt. Am Donnerstag hätte ich noch gesagt: Das ist nicht möglich.” Den Ende Jänner gestarteten Restrukturierungsplan habe man übererfüllt.

Bei Kika/Leiner versucht man nun, die Lieferanten bei der Stange zu halten und ist auf der Suche nach einer Lösung. Lieferungen würden dadurch nicht ausfallen. Es habe bereits erste positive Gespräche mit Lieferanten gegeben. Diese hätten dem zweitgrößten Möbelhändler des Landes diese Woche Zeit gegeben, um eine Lösung zu finden – bis dahin gelte “business as usual”, teile das Unternehmen mit.

Auf die Restrukturierungspläne von Kika/Leiner habe der Ausfall der Kreditversicherer keine Auswirkungen, auch die Mitarbeiter müssten nicht um ihre Jobs bangen. Im Zuge des Sparkurses hatte Kika/Leiner Mitte März bekanntgegeben, dass vier Standorte zusperren und 46 bestehen bleiben. Betroffen waren zwei Lipo-Märkte, ein Kika- und ein Leiner-Möbelhaus.

Kika/Leiner muss sich jedenfalls rasch um eine neue Versicherung kümmern oder frisches Geld sichern. Denn wenn kein Versicherer gefunden wird, dürfte die Alternative in “Vorkasse” liegen – Kika/Leiner müsste also bestellte Ware im Voraus bezahlen. Welche Auswirkungen das auf die Liquidität habe, ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, meint George im “Standard”.

Der Kika/Leiner-Chef geht von einer positiven Fortführung des Unternehmens aus und betont, dass für die Kunden nach wie vor kein Risiko bestehe. Anzahlungen seien weiter über Treuhandkonten abgesichert, betont George. Gespräche für einen Verkauf von Kika/Leiner an einen neuen Eigentümer gebe es “aktuell noch nicht”. “Als hundertprozentige Tochter ist es relativ schwierig, sich selbst zu verkaufen”.

Der Handelsexperte Andreas Kreutzer sieht hingegen laut “Presse” eine gestiegene Wahrscheinlichkeit, dass Kika/Leiner verkauft wird. Darüber wird seit vergangenem Sommer, als die Bilanzunregelmäßigkeiten bei der Kika/Leiner-Mutter Steinhoff bekannt wurden, spekuliert. Laut Kreutzer gibt es zwei deutsche Möbelketten (Höffner und Tessner), für die der Kauf Sinn ergeben würde. Beide seien durch die expansive XXXLutz-Gruppe auf ihrem Heimmarkt unter Druck geraten und könnten so eine Gegenoffensive starten.

Von: apa