Multi-Multimilliardär Elon Musk herrscht nun auch bei Twitter

Musk übernimmt bei Twitter

Dienstag, 01. November 2022 | 18:34 Uhr

Er sammelt Chefposten wie andere Leute Briefmarken: Kurz nach dem Kauf von Twitter übernimmt Elon Musk auch bei dem Kurznachrichtendienst die Führung, wie aus einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht vom Montag hervorgeht. Er leitet bereits den Elektroautobauer Tesla, die Weltraumfirma SpaceX, das Gehirnchip-Startup Neuralink und den Tunnelbauer Boring Company.

Musk löste einer weiteren Pflichtmitteilung zufolge außerdem das Direktorium auf. Diese Maßnahme sei aber “nur vorübergehend”, schrieb er auf Twitter. Am Wochenende hatte er dort moniert, dass bei dem Kurznachrichtendienst auf einen Programmierer gefühlt zehn Manager kämen. Der Kurznachrichtendienst wollte sich zunächst nicht zu der Frage äußern, wie lange Musk Twitter-Chef sein werde oder ob er jemand anderen ernennen werde.

Nach einem monatelangen Tauziehen ist der als exzentrisch geltende reichste Mann der Welt seit ein paar Tagen offiziell der Eigentümer des Social-Media-Netzwerks, das er sich 44 Milliarden Dollar (44,38 Mrd. Euro) kosten ließ. Unmittelbar danach feuerte Musk Twitter-Chef Parag Agrawal, Finanzchef Ned Segal und Chef-Justiziarin Vijaya Gadde. Vertriebschefin Sarah Personette twitterte am Dienstag, sie habe ihren Posten vergangene Woche niedergelegt.

Musk hatte den Twitter-Führungskräften vorgeworfen, ihn und die Investoren über die Zahl gefälschter Konten auf der Social-Media-Plattform getäuscht zu haben. Nach offiziellen Angaben sind es weniger als fünf Prozent “Fake Accounts”. Im Streit um die Unterlagen hatte Musk gedroht, die im Frühjahr verkündete Übernahme deswegen ganz abzublasen.

Der “Washington Post” zufolge beschränken sich die Entlassungen nicht auf das Top-Management. Es stünde ein Viertel der rund 7,000 Stellen bei Twitter zur Disposition. Die “New York Times” berichtete, Musk drücke bei den Entlassungen auf die Tube, um die Auszahlung von Aktienoptionen zu umgehen. Stichtag sei der 1. November. “Das ist falsch”, entgegnete der selbsternannte “Chief Twit” auf Twitter. Der Kurznachrichtendienst war für einen Kommentar zu diesem Thema nicht zu erreichen.

Musk, der sich bei der US-Börsenaufsicht offiziell als “Technoking of Tesla” registrieren ließ, hat innerhalb weniger Tage Twitter bereits seinen Stempel aufgedrückt. Insidern zufolge nehmen seine Vertrauten die Twitter-Software unter die Lupe. Außerdem soll die Verifizierung von Nutzerkonten überarbeitet und kostenpflichtig gemacht werden. Twitter bietet mit “Twitter Blue” bereits einen Bezahl-Angebot mit Premium-Funktionen, zu der die nachträgliche Bearbeitung von Tweets zählt. Musk will Twitter unabhängiger von schwankungsanfälligen Werbeeinnahmen machen. Außerdem sieht er darin eine Möglichkeit, die Zahl von Fake-Accounts zu reduzieren.

Vor diesem Hintergrund fragte Horrorbuch-Autor Stephen King per Twitter, warum er 20 Dollar monatlich zahlen solle, nur um das Verifizierungssiegel für seinen Account zu behalten. Darauf entgegnete Musk: “Wie wäre es mit acht Dollar?”

Der neue Twitter-Eigner will außerdem die internen Regeln für die Löschung von Einträgen und die Sperrung von Nutzerkonten lockern. So soll auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump wieder zurückkehren dürfen. Sein Account war nach dem Sturm von Trump-Anhängern auf das Kapitol Anfang 2021 dauerhaft gesperrt worden. Der republikanische Präsident hatte seine Politik während seiner Amtszeit vorzugsweise per Twitter erläutert. Trump will bisher aber seinem eigenen Kurznachrichtendienst “Truth Social” treu bleiben.

Von: APA/Reuters

Kommentare

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18 Kommentare auf "Musk übernimmt bei Twitter"


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N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage

So sehr ich seune Visionen teile und gut finde aber bei Twitter hat er sich entweder verannt oder versteht nicht, dass man überwachen muss, was Menschen posten. Man kann nicht einem Trump sein Konto wieder öffnen, wobei man weiß das er Lügen verbreitet und manipuliert und dann sagen , die User sollten abstimmen was bleiben darf und was nicht!
Dieser Vorschlag ist ABSURD!

Hustinettenbaer
1 Monat 6 Tage

@N. G.
Musk hat vor einiger Zeit “in einem Podcast angekündigt WeChat imitierten zu wollen. Die allumfassende App aus China vereint alle soziale Plattformen und alles, was mit dem Smartphone möglich ist: Kommunikation, Online-Dating, Zahlfunktion usw. “Das könnte er auch in Twitter einbauen”, sagt Lobo.”

https://kurier.at/chronik/welt/experte-lobo-in-zib2-twitter-koennte-allumfassende-app-werden/402199272

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage
@Hustinettenbaer Das könnte er von mir aus auch gerne tun. Damit hab ich kein Problem, ich kenne WeChat. Es geht alleine darum, dass er freie Meinungsäußerung auf die Spitze treiben will. Trump wurde aus gutem Grund gesperrt und er hat sein Konto mit fadenscheinigen Begründungen wieder geöffnet und wills für andere genau so tun und USER sollen entscheiden ob offen bleibt oder gesperrt wird. Sund wur dann in Zukunft soweit , als Trump noch im Amt war, es mehr Beführworter gab, dass jede Kritik aus Twitter gesperrt würde? Und das für einen offensichtlichen LÜGNER? NRUN, es muss in jedem Duenst… Weiterlesen »
N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage

@Hustinettenbaer Artikel gelesen! Ja, genau das meine ich! Twitter wird ohnehin seit geraumer Zeit sogar von Staaten benutzt, Saudi-Arabien als Beispiel, um seine Bevölkerung zu unterdrücken.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage

@DontBeALooserBeASchmuser Das haben wir bei Trump und dem Sturm aufs Kapitol gesehen! Das hat dann mit freier Meinungsfreiheit nichts zu tun!

Jesus_Official
Jesus_Official
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Hey ihr Intelligenz bedürftigen Tesla Fans und Tesla Fahrer, klingelts? Wer so ein Vorbild wie Elon Musk hat, hat das Gespür für die Menschheit verloren.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage

Was auch immer Musk tut, hat Hand und Fuß, nur bei Twitter greift er total daneben! Das hat jetzt mit Tesla an such gar nichts zu tun!

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 6 Tage

@N.G.: er will vermutlich damit die Position seiner Unternehmen stärken, indem er die Kommunikation der Teilnehmer aufgreift, diese überwacht und analysiert (ähnlich wie google). Er machte auch keinen Hehl daraus, dass er weitere gesellschaftspolitische Ambitionen hegt. Mit solchen Instrumenten kann man nicht nur überwachen, sondern auch steuern. Ich halte diese synergetische Machtkonzentration für gefährlich und werde Twitter bewusst fernbleiben.

der.schon.wieder
der.schon.wieder
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

So,
wenn der dem Trumpl das twittern erlaubt, dann kauf ich halt keinen Tesla.
Dann fahr ich meinen Daccia eben weiter.

sarkasmus
sarkasmus
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Vom daccia auf tesla respekt

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage

Es wurde ihm schon erlaubt!

Ischjolougisch
Ischjolougisch
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Wo? Beweise..

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Unterschätze den Dacciafahrer nicht. Er ist nicht arm, sondern einfach nur egal

annaxi
annaxi
Neuling
1 Monat 6 Tage

Oh Gott, das ist aber nicht gut 🤦🏻‍♀️

Plusminus
Plusminus
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Der Typ hat den Größenwahn, voll unsympathisch

gafnsana
gafnsana
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Endlich eine Platform die die freie Meinungsäußerung zulässt

inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Entweder er hat supergute Berater oder er hat stets Riesenglück bei seinen Entscheidungen … man weiß es nicht.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 6 Tage

Ein Autist als Chef eines der größten KOMMUNIKATIONsunternehmens? Ob das gutgehen kann?

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