Wohnraumbedarf bleibt hoch

Nachfrage nach Wohnungen bleibt hoch

Donnerstag, 28. April 2022 | 14:27 Uhr

Gerade wegen Unsicherheiten durch Inflation und Krieg in der Ukraine dürfte die Nachfrage nach Wohnraum ungebremst weitergehen, erwarten Raiffeisen-Experten. Die Preise dürften heuer um weitere acht Prozent zulegen und damit etwas langsamer als zuletzt. Obwohl die Inflation hoch bleibt, gibt es derzeit noch Fixzinsen für Wohnungskredite unter 1,5 Prozent. Das Zinsniveau in diesem Bereich dürfte bis Mitte 2023 aber um 1,5 bis 2 Prozentpunkte zulegen.

Im Vorjahr verteuerte sich Wohneigentum in Österreich im Schnitt um 11,8 Prozent, dabei in Wien etwas weniger als im Rest Österreichs. Allerdings haben innerhalb Wiens günstige Bezirke wie Favoriten einen hohen Preisanstieg gesehen, sodass die Unterschiede zwischen den Bezirken leicht zurückgegangen sind. Es habe auch vorgezogene Immobilienkäufe gegeben, weil mit Juli striktere Regeln für die Kreditvergabe kommen, etwa einen Eigenmittelanteil von mindestens 20 Prozent, so Reinhard Karl, Generaldirektor Stellvertreter der RLB NÖ-Wien, in einer Pressekonferenz in Wien. Angesichts der steigenden Inflation empfehle sich ein Fixzins, wobei die Nachfrage danach in den letzten 1,5 Jahren ohnehin sehr stark angestiegen sei.

Karl weist auch darauf hin, dass Wohnungen oft als Sicherheit für die Kinder oder gegen Inflationsverluste gekauft werden. Da spiele die unmittelbare Rendite bei einer Vermietung weniger Rolle als bei institutionellen Anlegern.

Ein Vergleich über Immobilienpreise in 22 Ländern im Laufe der vergangenen 20 Jahre habe gezeigt, dass gerade bei Inflationsraten zwischen 5 und 7 Prozent Wohnungsimmobilien besonders gut vor einem Wertverlust durch die Inflation schützen, sagte Raiffeisen-Ökonom Matthias Reich. Bei einer aktuellen Inflationsprognose von 6,5 Prozent für das Jahr 2022 zeichne sich daher ein relativ hoher realer Wertzuwachs ab. Raiffeisen Research rechnet 2022 mit 8 Prozent Preisanstieg für Immobilien in Österreich. Die Dynamik dürfte im ersten Halbjahr größer sein.

Dabei suchen die Menschen in Österreich nach der Pandemie größere Wohnungen und verlangen Freiflächen, so Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien. Reichten früher 1 bis 2 Zimmer, werden nun 2 bis 3 gesucht. Gartenwohnungen, vor wenigen Jahren in der Stadt noch Ladenhüter, sind nun gefragt. Wohnungen für den Eigenbedarf sollten schon 80 m2 oder mehr haben. Denn Umfragen zeigen, dass die Menschen nicht auf Homeoffice verzichten wollen. Weinberger ist auch sicher, dass sich für künftig teurere Mietwohnungen Mieter finden werden. Zum Teil müssten Menschen dann länger auf das nötige Kapital für eine Eigentumswohnung sparen – und zwischenzeitlich mieten.

Von: apa

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Themistokles
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