„Qualitätsstandard halten“

Neue Fördermaßnahmen für Frauenunternehmen

Dienstag, 16. Juni 2015 | 13:16 Uhr

Bozen – Die Landesregierung hat die neuen Kriterien für die Förderung von Frauenunternehmen beschlossen: „Der Ansatz zur Neuregelung der Förderung des weiblichen Unternehmertums ist gelungen“, freut sich die lvh-Frauenvorsitzende Marlies Dabringer. Einige Sparmaßnahmen sieht sie allerdings kritisch.
 
Frauen an der Spitze von Unternehmen fördern – das hat sich die Landesregierung auf die Fahne geschrieben. Im Zuge der Neuregelung der Wirtschaftsförderung in Südtirol wurde auch die Regelung der Förderungen des weiblichen Unternehmertums überdacht. Im Januar dieses Jahres hatte die Landesregierung die seit 2013 geltenden Maßnahmen ausgesetzt, um sie an die restliche Wirtschaftsförderung anzupassen.

Nun wurden die neuen Kriterien beschlossen. Dabei kommen einige grundlegende Veränderungen auf Unternehmen in Frauenhand zu. Die Bewertungskommission für innovative Projekte wird abgeschafft, Businesspläne werden nur mehr für Investitionsausgaben über 100.000 Euro verlangt. Projektbeschreibungen bei betrieblichen Investitionen sind nicht mehr nötig. Innovationsprojekte für Produkt- und Prozessinnovation müssen künftig über das Innovationsgesetz gefördert werden. Neu geregelt wurde auch das nötige Mindest- und Höchstmaß: Bei betrieblichen Investitionen in Frauenunternehmen beträgt die Mindestausgabe nun 5.000 Euro. Die geförderten Mindestausgaben bei Beratung, Aus- und Weiterbildung wurden auf 2.000 Euro festgelegt. Die Höchstausgaben im Bereich Beratung sowie Aus- und Weiterbildung betragen 10.000 Euro. Die maximale Förderhöhe bei betrieblichen Investitionen wurde auf 30 Prozent und bei Aus- und Weiterbildung auf 60 Prozent festgesetzt. Unterstützt wird auch Qualität und Familienfreundlichkeit mit einem Förderzuschlag von fünf Prozent durch die De-Minimus-Regelung.

„Es ist gut, dass der Förderstopp aufgehoben wurde und dass das Frauenunternehmertum vonseiten des Landes wieder Unterstützung erhält. In einigen Punkten gab es eine Vereinfachung der Prozedur – das ist sicher im Sinne der Wirtschaft“, betont Marlies Dabringer, Vorsitzende der Frauen im Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister lvh.apa. Kritisch sieht sie die angedachten Sparmaßnahmen: „Gerade in den Bereich der Aus- und Weiterbildung muss auch weiterhin investiert werden. Unsere Handwerker, die Frauen im Handwerk, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind auf einem sehr guten Ausbildungsstand. Das gilt es, zu halten.“

„Finanzielle Beiträge für Frauenunternehmen sind eine gute Investition in die Zukunft und ein Ansporn, um Selbstständigkeit zu fördern.“ Marlies Dabringer fordert deshalb günstige Rahmenbedingungen für alle, die sich selbstständig machen wollen, vor allem aber für junge Handwerker und Handwerkerinnen: „Beiträge sollten vor allen Dingen eine Unterstützung sein, um Neues zu wagen!“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen