Hartes Urteil des Ex-Airline-Besitzers

Niki Lauda sieht schwarz für Air Berlin

Donnerstag, 15. September 2016 | 15:50 Uhr

Niki Lauda, Gründer der Fluglinie Niki, die inzwischen zu 100 Prozent Air Berlin gehört, sieht für Air Berlin aber auch für Niki schwarz. In der derzeitigen Form sei Air Berlin nicht zu retten, sagte er in einem Interview mit Austrian Aviation Net: “Air Berlin hat sich zu weit vom ursprünglichen Konzept einer Billigfluglinie entfernt.”

Zu viele Managementfehler seien gemacht worden, zu groß sei das Eigeninteresse von Etihad. Die Fluglinie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Großaktionär von Air Berlin und hat dort das Sagen. Zuletzt hat es mehrfach Gerüchte gegeben Etihad könnte einen Teil des Air-Berlin-Geschäfts an Lufthansa verkaufen. Zuletzt war ohne offizielle Bestätigung von 40 Flugzeugen die Rede, die in die Lufthansa-Billigschiene Eurowings eingegliedert werden könnten.

Wenn das komme, “bleibt von Air Berlin kaum mehr etwas übrig”, befürchtet Lauda, die Fluglinie sei dann “de facto tot”. Für Niki wiederum gebe es Gerüchte, sie könnte an TUI verkauft werden, sagt Lauda. Damit würde Niki auf eine reine Charterfluggesellschaft reduziert werden.

Für Lauda ist es auch ein Fehler, dass Air Berlin auf der Suche nach Geld mittlerweile fast alle Flugzeuge verkauft habe. Der Österreich-Tochter Niki gehöre definitiv keine einzige der 22 Maschinen mehr, meint Lauda. Das Zurückleasen der Maschinen erhöhe die Kosten deutlich. Deshalb sei man gegenüber Ryanair und easyJet nicht mehr konkurrenzfähig, so Lauda.

Etihad wiederum sei es wichtiger, möglichst viele Passagiere ins Drehkreuz Abu Dhabi zu schleusen, als bei Air Berlin die Strukturen zu verbessern, urteilt Lauda. Auch Niki müsse die Zentrale von Etihad anfliegen, obwohl das wirtschaftlich nicht sinnvoll sei.

Ab Samstag gibt es unterdessen für Passagiere der Air Berlin keine kostenfreien Snacks und Getränke mehr an Bord. Ab dann gelte auf allen Air-Berlin-Flügen das sogenannte Buy-on-Board-Konzept, sagte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Ausgenommen ist Niki.

Für Air-Berlin-Flüge aus und in die Schweiz ist die Gratis-Verpflegung seit Donnerstag passé. Laut der neuen Menükarte kosten ein Sandwich und ein Softdrink nun sieben Euro. Air Berlin hatte die Umstellung auf die kostenpflichtige Verpflegung an Bord Anfang August angekündigt.

Ausnahme ist die österreichische Tochter Niki, bei der es weiterhin kostenfreie Snacks und Getränke gibt. Auch in der Business Class werden die Flugpassagiere verpflegt. Auf Kurz- und Mittelstreckenflügen bietet die Airline diese Kategorie ab 4. Oktober an.

Von: apa

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