Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 1 in Deutschland

Nord Stream 1-Wartung beginnt – Weniger Gas erwartet

Sonntag, 10. Juli 2022 | 21:43 Uhr

Mit der am Montag beginnenden Wartung der Gaspipeline Nord Stream 1 wird weniger Gas nach Österreich fließen, erwartet Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne). Dies werde auch Auswirkung auf die Einspeicherung haben. Trotzdem könne laut Berechnungen der E-Control das Speicherziel der Bundesregierung weiterhin erreicht werden, sofern Russland nach der Wartung wieder Erdgas im vereinbarten Umfang liefert, so die Ministerin am Sonntag in einer Aussendung.

Der kritische Zeitpunkt sei die geplante Wiederinbetriebnahme der Pipeline, die für den 21. Juli geplant sei. “Niemand kann heute prognostizieren, ob die Lieferungen danach vollumfänglich wiederaufgenommen werden. Der 21. Juli ist deshalb ein kritisches Datum für die Gasversorgung in ganz Europa”, betonte Gewessler.

Wobei Nord Stream 1 für die direkten Gaslieferungen nach Österreich nur eine untergeordnete Rolle spiele. “Österreich wird vorwiegend über das Leitungssystem über die Ukraine beliefert. Trotzdem wird durch den vollständigen Lieferausfall über Nordstream 1 aufgrund der Wartungsarbeiten auch in Österreich ein deutlicher Lieferrückgang erwartet”, heißt es in der Aussendung.

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte indes am Sonntag vor einem “Albtraum-Szenario”. Die deutsche Regierung versuche sich mit ihren Maßnahmen auf das Schlimmste vorzubereiten, um genau dies zu vermeiden, sagte er am Sonntag im Deutschlandfunk mit Blick auf die Folgen eines Gasausfalls. Angesichts der stark steigenden Gaspreise warnte er zudem davor, dass es “ohne weitere politische Flankierung” eine zu starke soziale Spaltung geben werde. Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke (wie Habeck von den Grünen) forderte in der “Bild am Sonntag” ein Moratorium für drohende Gas-und Stromsperren bei nicht bezahlten Rechnungen.

Habeck verwies auf den nötigen Mix von Füllung der Gasspeicher, Rettung der Gasversorger und Einsparungen bei Bürgern, Firmen oder in Verwaltungsgebäuden. Er deutete im Deutschlandfunk an, dass die von der Regierung bereitgestellten 15 Mrd. Euro für den Ankauf von teurerem Flüssigerdgas (LNG) möglicherweise nicht ausreichten, um Deutschlands Gasspeicher auf die erhofften 80 Prozent im Oktober zu füllen. Es könne sein, dass die Regierung mehr Geld bereitstellen müsse.

Er kritisierte, dass einige Gasversorger sogar wieder Gas aus ihren Speichern verkauften, was legal sei. “Das Problem ist, dass die großen Speicher, die teilweise in dem Besitz von Gazprom sind und jetzt treuhänderisch verwaltet werden, … vergleichsweise leer sind. Also, die 63 Prozent Durchschnitt erzählen uns nicht die ganze Geschichte”, sagte er mit Blick auf den derzeitigen Füllstand.

Habeck kritisierte zudem die europäischen Vorgaben, dass bei einem Gasmangel zunächst bei Unternehmen und zuletzt bei Verbrauchern gespart werden dürfe. “Das finde ich unbefriedigend. Aber es ist die europäische Rechtsnorm und sie ist noch nicht geändert worden”, sagte er.

Positive Nachrichten für Deutschland gibt es in einem anderen Bereich der Gaskrise: Die deutsche Bundesregierung hat die Ausfuhrgenehmigung Kanadas für reparierte Turbinen für die Gaspipeline Nord Stream 1 heute begrüßt. Die kanadische Regierung hatte am Samstag eine zeitlich befristete Sondergenehmigung für die Ausfuhr erteilt, die wegen der Sanktionen gegen Russland infolge des Ukraine-Kriegs erforderlich war. Die reparierten Turbinen können demnach an Deutschland geliefert werden.

Von: APA/AFP

Kommentare

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15 Kommentare auf "Nord Stream 1-Wartung beginnt – Weniger Gas erwartet"


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Frank
Frank
Universalgelehrter
28 Tage 21 h

Wohin die Reise geht, zeigt der Vorschlag oder besser die Forderung der Bundesumweltministerin für ein Moratorium, im Winter Heizung und Strom abzustellen und dafür Sammelunterkünfte mit “Aufwärmräumen” einzurichten.

Was will diese Regierung ihrem Volk noch Alles zumuten, haben wir wieder 1945?

Philingus
Philingus
Superredner
28 Tage 15 h

1945 haben – wenn es nach ihnen geht – die UkrainerInnen. Natürlich mit einem Diktator-Stalin-Nachfolger Crétin Putin als Sieger. Was sich dann Unfrieden jahrzehntelang aus Moskau über die Erde ergossen hat – besonders dank Terroristen-Unterstützung – wissen wir ja.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
28 Tage 14 h

Das passiert wenn man Grün wählt

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
27 Tage 19 h

@Spiegel
oberflächliches dummes engstirniges Gelaber

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
27 Tage 19 h

Frankle….
Du musst die Infos zu dem Thema lesen und dann VERSTEHEN und nicht nur Fragmente daraus kommentieren.

traktor
traktor
Kinig
28 Tage 18 h

kaum zu glauben wie abhängig europa gemacht wurde! ich schâme mich für diese politiker!!
auf das niemand erfrieren muss….

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
28 Tage 17 h

Aber ihr wolltet das ja, alles billig alles sozial nur 36h die Woche Arbeiten usw usw jetzt kommt dir Quittung!

OrB
OrB
Universalgelehrter
28 Tage 4 h

@Spiegel
Alles billig?, geh mal einkaufen!
Warum sollte eine 36 Stundenwoche verantwortlich für Teuerungen sein?

Hustinettenbaer
28 Tage 23 h

Turbine hin, Turbine her. Das Ende vom Lied:

selwol
selwol
Superredner
28 Tage 17 h

Es braucht schon eine Portion Blödheit,bei zwei Gaspipelines in denen Gas strömen könnte,Gasknappheit zu haben.

Honor
Honor
Grünschnabel
28 Tage 15 h

@selwol , das nennt man eine deutsche Tugend und nicht Blödheit 😉

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
27 Tage 19 h

@Honor und sen…..
Damit aus einer Leistung was rauskommt müßte man auf anderen Seiten was reinpumpen oder?

Grünschnabel
28 Tage 16 h

Die können auch so viel LNG-Gas kaufen wie sie wollen – die vorhandene Tankerflotte wird sich kaum über Nacht verdoppeln…

Edeltraud
Edeltraud
Grünschnabel
28 Tage 10 h

Da ist Europa ganz selber Schuld, Nordstream 2 wollte man ja nicht.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
27 Tage 19 h

Edeltraud….
Du kannst auch fünf Leitungen haben, wenn einer auf der anderen Seite nichts reinpumpt kommt auf der anderen Seite auch nichts raus. Übrigens kommt auf den anderen Leitungen auch deutlich weniger Gas an.
Frag mal Österreich.

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