In Österreich gibt es 3.269 Bahnübergänge

ÖBB wollen Zahl der Eisenbahnkreuzungen reduzieren

Freitag, 07. April 2017 | 12:20 Uhr

Die ÖBB setzen in Sachen Umrüstungskosten für mehr Sicherheit auf Bahnübergängen auf die Reduktion von Eisenbahnkreuzungen. Dies sei die beste und kostengünstigere Lösung, sagten am Freitag Vertreter der Bahn. “Wir wollen die Sicherheit erhöhen, aber nicht unnötig viel Steuergeld ausgeben”, betonte Franz Hammerschmid von der ÖBB-Infrastruktur AG in St. Pölten. Die Kosten wollen die ÖBB offenlegen.

“Wir haben in Österreich viel zu viele Eisenbahnkreuzungen”, sagte Hammerschmid, Leiter des Geschäftsbereichs Marktmanagement und Kommunikation der ÖBB-Infrastruktur AG. Ziel sei es, die Zahl der Bahnübergänge – und damit der Gefahrenpunkte – kontinuierlich zu reduzieren. Jene, die auch künftig bestehen bleiben, sollen nach den Vorgaben der Eisenbahnkreuzungsverordnung umgerüstet und gesichert werden.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Zahl der Eisenbahnkreuzungen bundesweit von 6.000 auf 3.269 Ende 2016 gesunken. Davon befinden sich 1.339 ÖBB-Bahnübergänge (inklusive der rund 200 auf Privatwegen) in Niederösterreich. Im internationalen Durchschnitt gebe es auf Zugstrecken alle zwei Kilometer eine Querung, in Österreich alle 1.300 Meter und auf Regionalbahnen in Niederösterreich alle 730 Meter.

Die ÖBB wollen so viele Bahnübergänge wie möglich auflassen, erklärte Werner Baltram, Leiter des Geschäftsbereichs Asset Management und Strategische Planung der ÖBB-Infrastruktur AG: “Die beste Eisenbahnkreuzung ist die aufgelassene Eisenbahnkreuzung.” Die ÖBB könnten den Kostenvorteil durch den Wegfall von Umbauten für Kreuzungen an die Gemeinde weitergeben. “Leider stehen die Gemeinden diesen Entscheidungen oft zum Beispiel wegen landwirtschaftlicher Querungen kritisch gegenüber”, hieß es.

Zu der am Mittwoch geäußerten Kritik von Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl und NÖ Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) an zu hohen Kosten für Umrüstungen von Bahnübergängen sagte Hammerschmid: “Wir haben genauso Interesse daran, dass Eisenbahnkreuzungen günstig sind.” Verwundert zeigten sich die ÖBB-Manager über die Aussagen von Wilfing, da man sich gerade mitten in einer Arbeitsgruppe mit dem Land NÖ, der NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) und dem Verkehrsministerium befinde, um “voneinander zu lernen” und auf eine vergleichbare Preisbasis zu bekommen. “Unsere Zielsetzung ist, die Kosten bis ins Detail offenzulegen”, sagte Baltram. Auch mit den Ländern Steiermark und Oberösterreich gebe es Gespräche über Kostensenkungen.

Zu dem von Wilfing präsentierten Vergleich, wonach die landeseigene NÖVOG durchschnittlich rund 35 Prozent günstiger bauen könnte, meinte Baltram, dass es sich um eine Plandarstellung und nicht um die tatsächlichen Kosten handle. Zudem würden die ÖBB bei laufendem, die NÖVOG meist unter eingeschränktem Betrieb bauen. Das Teure an den Umrüstungen seien vor allen die Grabungsarbeiten für Kabel. Die ÖBB ziehen die Kabel unter die Erde, die NÖVOG befestige Kabel überwiegend an den Gleisen. “Dadurch wird der Bau günstiger, die Wartungskosten für die Gleise und allfällige Störungen steigen danach jedoch”, hieß es.

Die ÖBB investieren österreichweit 25 Millionen Euro pro Jahr in Eisenbahnkreuzungen, davon rund 40 bis 45 Prozent in Niederösterreich. Von den 1.339 ÖBB-Kreuzungen in NÖ müsste dem Unternehmen zufolge bei etwa 500 eine Umrüstung geprüft werden. Die Kosten für Umbauten tragen nach Konzernangaben im österreichweiten Durchschnitt zu 75 Prozent die ÖBB und der Bund und zu 25 Prozent Länder und Gemeinden. Die Zahl der Unfälle sei von 110 im Jahr 2008 auf 74 im Vorjahr gesunken, hieß es.

Von: apa