Drohnenangriffe auf Standorte des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco

Öl-Preisanstieg erwartet nach Attacken auf Saudi-Anlagen

Sonntag, 15. September 2019 | 14:28 Uhr

Der Ölpreis dürfte am Montag nach den verheerenden Angriffen auf Förderanlagen in Saudi-Arabien deutlich steigen – vermutlich um 5 bis 10 Dollar pro Fass. Teilweise rechnen Experten sogar mit Panik, die Marke von 100 Dollar könnte wieder in Reichweite rücken, sollte das Königreich nicht in der Lage sein, schnell wieder seine normale Kapazität zur Verfügung zu stellen.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende, es werde vermutlich eher Wochen als Tage dauern, bis die Förderung wieder wie gewohnt laufe. Durch Drohnenangriffe auf Standorte des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in Abkaik und Churais wurde eine Fördermenge von 5,7 Millionen Barrel pro Tag bis auf weiteres lahmgelegt. Das ist mehr als die Hälfte der täglichen Ölproduktion des Königreichs. Zu dem Beschuss haben sich die Huthi-Rebellen im Jemen bekannt, die dem Iran nahestehen – dem Erzfeind Saudi-Arabiens in der Region. Die USA machten den Iran für die Attacken verantwortlich.

Der gegenwärtige Ausfall entspreche in etwa fünf Prozent des weltweiten Angebots, sagte Samuel Ciszuk vom Analysehaus ELS. Andere Experten betonten, dass am Markt Sicherheitsbedenken bisher nur teilweise berücksichtigt worden seien. Die Angriffe stellten eine neue Dimension dar, sagte etwa Analyst Christyan Malek von der US-Großbank JP Morgan. Der Markt werde dies nun einpreisen und der Preis in den nächsten drei bis sechs Monaten auf 80 bis 90 Dollar pro Fass steigen. Die Nordsee-Sorte Brent kostet momentan gut 60 Dollar, US-Leichtöl WTI knapp 55 Dollar.

Gary Ross von Black Gold Investors sagte, solche Attacken wie am Samstag seien schwer zu verhindern und könnten immer wieder vorkommen. Tilak Doshi von der auf die Energiebranche spezialisierten Beratungsgesellschaft Muse & Stancil ergänzte, Abkaik sei das Herz der Ölförderung in Saudi-Arabien. Dies komme nun hinzu zu Sicherheitsbedenken in der Straße von Hormus, wo immer wieder Tanker angegriffen wurden. Noch schlimmer wären direkte Kampfhandlungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, sagte Doshi. “Regierungen in der Region werden nun womöglich die US-Regierung und ihre harten Sanktionen gegen das Regime im Iran stärker unterstützen.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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8 Kommentare auf "Öl-Preisanstieg erwartet nach Attacken auf Saudi-Anlagen"


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PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
1 Monat 8 Tage

Ob das nicht alles inszeniert ist?
Die Saudis haben seit längerem mit dem niedrigen Ölpreis zu kämpfen, sogar so sehr dass der Staatshaushalt in Gefahr war! Nunja die haben ja nur diese Einnahmequelle. Früher haben die saudischen Ölkonzerne den Weltmarktpreis diktiert, seit aber die USA die Förderung mittels Fracking voran trieb mussten die kuschen…
Ich glaube da gar nichts!

hundeseele
hundeseele
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Pugga Nagga
…genau das hab ich mir auch gedacht.
Man muss ja schließlich die Reichsten der Welt,die Ölscheichs,vor Armut schützen! …alles inszeniert,ein abgekartetes Spiel!

Sommerschnee
Sommerschnee
Tratscher
1 Monat 7 Tage

interessante Theorie! 🤔 Haben kann man Alles…

Fracking ist jedenfalls (scheinbar) schlimm für die Umwelt. Da gibt es auch einen Film dazu. Gasland.

Supergscheider
Supergscheider
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Logisch das jetzt der Iran indirekt die Saudis angreift um ja den Amis endlich einen Grund zum los schlagen zu geben. Für wie bescheuert halten uns diese Idioten eigentlich?

Sommerschnee
Sommerschnee
Tratscher
1 Monat 8 Tage

Interessiert das Keinen? 🤔

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 7 Tage

Und deswegen war heute (Sonntag) bei 2 von 3 Tankstellen entweder der Geldautomat “fuori servizio” oder “benzina esaurita”. Wohl weil man morgen lieber den höheren Preis kassiert…

Sommerschnee
Sommerschnee
Tratscher
1 Monat 7 Tage

Echt? Wo, bei Euch in Gröden?

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Ja. So war’s leider. Und einige verzweifelte Touristen, die dringend tanken mussten…

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