Heimische Wirtschaft bewirbt das Radfahren

Österreich präsentiert sich als Urlaubsland für Radfahrer

Mittwoch, 06. März 2019 | 14:15 Uhr

Inmitten von 10.000 Ausstellern aus 181 Ländern und Regionen auf der weltgrößten Tourismusmesse in Berlin kämpft auch Österreich auf 1.200 Quadratmetern um die Aufmerksamkeit von Urlaubern. “Wir haben heuer den Österreich-Stand auf das Radland Österreich ausgelegt und werden das vor allem in Deutschland, Tschechien und den Niederlanden ausrollen”, so Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

Die Werbekampagne, für die die nationale Tourismusmarketingorganisation Österreich Werbung (ÖW) rund 2 Mio. Euro budgetiert, ist auf drei Jahre ausgelegt. Der Startschuss fiel am Mittwoch auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) zu der bis Sonntag rund 180.000 Besucher erwartet werden. “Wir sind mit rund 80 Ausstellern hier”, betonte ÖW-Chefin Petra Stolba. Es gehe darum, “im globalen Wettbewerb zu bestehen”.

“Wir werden vor allem ein Sonderbudget von 300.000 Euro zur Verfügung stellen”, sagte Köstinger anlässlich der Eröffnung der Branchenmesse. Im vergangenen September fand die Rad-WM in Tirol statt, 2020 folgt die Mountainbike-Downhill-WM in Leogang (Salzburg). Diesen Schwung wollen die Tourismuswerber nun mitnehmen.

“Der Radtourismus stärkt die lokale Wirtschaft und das Mountainbiken ermöglicht zusätzliche Chancen”, stellte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Petra Nocker-Schwarzenbacher, fest. Das Radfahren rangiere bei den derzeitigen Sommertouristen hinter Wandern und Schwimmen an dritter Stelle, wie aus einer Befragung hervorgehe. Neben Mountainbiken gehe es auch ums “Genussradeln” für die ganze Familie.

“Der Trend zu den E-Bikes ist ganz klar erkennbar”, berichtete die Branchensprecherin, die selbst ein Hotel im Pongau (Salzburg) führt. Viele Beherbergungsbetriebe vermieteten bereits elektrische Fahrräder. “Das ist kein billiges Spielzeug”, so Nocker-Schwarzenbacher unter Verweis auf einen Anschaffungspreis von 2.000 bis 4.000 Euro pro Rad.

Der gesamte heimische Tourismus rüstet sich für diesen “Boom”. “Auch bei den Hüttenwirten und auf den Almen gibt es Stromtankstellen”, merkte die WKÖ-Obfrau an. Den Radlern stünden auch gute Unterstellmöglichkeiten, Radwaschanlagen und Reparaturwerkstätten zur Verfügung. “Man hat sich auf diesen Gast schon sehr gut eingestellt”, meinte sie. Die Urlauber bräuchten weiters sehr gutes Kartenmaterial.

77 Prozent der Radurlauber seien Stammgäste – der Anteil ist den Angaben zufolge größter als bei herkömmlichen Touristen (66 Prozent). 63 Prozent der Radurlauber buchten zudem direkt im Hotel. Das gefällt der Branche, die dabei besser verdient als über Buchungsplattformen.

Die Radkampagne der ÖW, an der sich (heuer) sieben Bundesländer – alle außer Wien und Vorarlberg – beteiligen, sei “die größte Kampagne, die wir gemeinsam machen”, erzählte Stolba. Die Bundeshauptstadt habe sich für dieses Jahr bereits einen anderen Schwerpunkt gelegt, nämlich die Bewerbung von kleineren unbekannteren Attraktionen in Wien, und Vorarlberg “arbeitet noch intensiv am Thema Rad und wird nächstes Jahr marketingmäßig in die Umsetzung gehen”. Dem Vernehmen nach ist dort das touristische Produkt, die Infrastruktur, noch nicht so weit – für Urlauber gebe es derzeit kaum geeignete Tagestouren.

Von: apa

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