Bei Spenden, Freiwilligkeit und Hilfe für Fremde zurück

Österreich zählt nicht zu den großzügigsten Ländern

Donnerstag, 13. Dezember 2018 | 06:40 Uhr

In Wohlstandsrankings belegt Österreich regelmäßig Spitzenplätze, doch beim freiwilligen Engagement seiner Bürger hat die Alpenrepublik noch einige Luft nach oben. In einer Studie des Umfrageinstituts Gallup liegt Österreich nur am 32. Platz der “großzügigsten Länder” der Welt, weit hinter Industriestaaten wie den USA und Australien, aber auch Entwicklungsländern wie Indonesien oder Nigeria.

Gallup hatte für seinen “World’s Most Generous Countries Report 2018” 153.000 Personen in 146 Staaten befragt, ob sie sich als Freiwillige für eine Organisation engagiert haben, gespendet haben oder eine fremden Person geholfen haben. Die Spitzenplätze mit einem Indexwert von 59 belegten Indonesien und Australien, gefolgt von Neuseeland und den USA (je 58) sowie den beiden bestplatzierten EU-Staaten Irland (56) und Großbritannien (55).

Österreich kommt auf einen Wert von 44, und liegt damit unter anderem hinter den Niederlanden, Malta, Deutschland, Dänemark und der Schweiz. Schlusslichter auf der Skala von 0 bis 100 sind das Krisenland Jemen (15), Griechenland, China und die Palästinensergebiete (jeweils 17). Die schlechtesten EU-Staaten sind Litauen und Lettland (je 19) sowie Kroatien (20). Hochgerechnet auf die gesamte Weltbevölkerung ergibt die Umfrage, dass 2,2 Milliarden Menschen im vergangenen Monat einem Fremden geholfen haben, 1,4 Milliarden Menschen einer wohltätigen Organisation gespendet haben und eine Milliarde Menschen freiwillige Arbeit geleistet haben.

Bei den einzelnen Fragen gab es deutliche Unterschiede. So gaben etwa 83 Prozent der Libyer an, im vergangenen Monat einem Fremden geholfen zu haben. In der arabischen Welt und Afrika waren die Werte besonders hoch, aber auch 72 Prozent der US-Amerikaner äußerten sich entsprechend. Die Schlusslichter bei dieser Frage waren Kambodscha (18 Prozent), Laos (22 Prozent), Japan (23 Prozent) und Kroatien (25 Prozent).

Spendenweltmeister sind die Bewohner von Myanmar. Dort gaben 88 Prozent an, im vergangenen Monat für wohltätige Organisationen gespendet zu haben, gefolgt von Indonesien (78 Prozent), Australien (71 Prozent) sowie Neuseeland und Großbritannien (jeweils 68 Prozent). Die geringste Spendentätigkeit gab es demnach im Jemen (zwei Prozent), Marokko und Lesotho (je fünf Prozent) sowie Georgien und Afghanistan (je sechs Prozent).

53 Prozent der Indonesier waren im Monat vor der Umfrage freiwillig tätig. Die weiteren Spitzenplätze belegten Liberia (47 Prozent), Kenia und Sri Lanka (je 45 Prozent) sowie als bestplatzierte Industrieländer Australien und Irland (je 40 Prozent). Ganz hinten lagen Laos (vier Prozent) sowie Mazedonien und Bulgarien (je fünf Prozent).

Von: apa