Für immer mehr Leute ist Arbeit nicht alles

Österreicher wollen ausgeglichene Work-Life-Balance

Montag, 29. Oktober 2018 | 13:10 Uhr

Die Balance von Berufs- und Privatleben ist den Österreichern immer wichtiger. Das ist das Ergebnis des zweiten Teils der “Europäischen Wertestudie”, die von der Universität Wien erhoben wurde. Arbeit verliert demnach gegenüber anderen Lebensbereichen ihre zentrale Bedeutung. War Arbeit im Jahr 1990 noch für 62 Prozent sehr wichtig, war es das 2018 nur noch für 48 Prozent.

Gegenüber 2005 gab es im Jahr 2017 um 400.000 Arbeitsplätze mehr, auch hat die Erwerbsbeteiligung von Frauen hat auf 72 Prozent stark zugenommen. Vor diesem strukturellen Hintergrund änderte sich die Einstellung der Österreicher zu Arbeit und Beruf.

So verschwimmen die Grenzen von Arbeit, Freizeit und Familienzeit. Angenehme Arbeitszeiten (1990: 35 Prozent – 2018: 69 Prozent), die Möglichkeit, Initiative zu ergreifen (1990: 42 Prozent – 2018: 55 Prozent) und Verantwortung zu übernehmen (1990: 45 Prozent – 2018: 50 Prozent) werden für die persönliche Arbeitsorientierung wichtiger.

Auch die Geschlechtsrollenvorstellungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich von den traditionellen Rollenbildern entfernt. 2018 lehnen beinahe 70 Prozent der Befragten die Aussage ab, dass es die Aufgabe des Mannes sei, Geld zu verdienen und jene der Frauen, sich um die Familie zu kümmern. Zugleich sinkt die Zustimmung zur Aussage, dass “ein Kleinkind wahrscheinlich darunter leidet, wenn die Mutter berufstätig ist” im Zeitvergleich markant, dennoch stimmen ihr heute noch die Hälfte der Österreicher zu (1990: 83 Prozent – 2018: 53 Prozent).

Bei der “Europäischen Wertestudie” handelt es sich um eine Langzeituntersuchung, die nach 1990, 1999 und 2008 im ersten Halbjahr 2018 zum vierten Mal durchgeführt wurde. Sie ist ein Projekt des Forschungsverbunds “Interdisziplinäre Werteforschung” der Universität Wien.

Von: apa

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