Wien als Finanzplatz im Mittelfeld

Österreichs Finanzmarkt gut reguliert, Wien im Mittelfeld

Mittwoch, 17. März 2021 | 14:26 Uhr

Österreichs Finanzmarkt ist gut reguliert, Wien als Standort aber im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Das zeigen zwei heute Mittwoch veröffentlichte Bewertungen. Laut Regulierungsindex des Schweizer SFI liegt Österreich unter 31 Staaten auf Rang 12 in Regulierungsfragen. Dennoch ist Wien als Finanzplatz wenig nachgefragt. Unter 112 Standorten weltweit kommt die Bundeshauptstadt nur auf Rang 54, etwas weniger als in früheren Vergleichen.

Der zum zweiten Mal vom Swiss Finance Institute (SFI) veröffentlichte Regulierungsindex “Global Financial Regulation, Transparency, and Compliance Index” (GFRTCI) führt wie schon 2020 sechs europäische Länder unter den Top Ten. Die ersten drei Plätze belegen Finnland, Schweden und Dänemark. Dahinter folgen die Schweiz vor Estland und Großbritannien sowie als erstes nicht-europäisches Land Kanada. Die Durchschnittswerte bei den untersuchten Kriterien seien gegenüber der Vorjahresperiode mehr oder weniger unverändert ausgefallen, teilte das sfi laut sda mit. Gezeigt habe sich aber, “dass die EU große Fortschritte bei der Umsetzung des Basel III-Rahmenwerks gemacht hat,” wird Markus Bürgi, CFO des Swiss Finance Institute, in der Mitteilung des Instituts zitiert.

Im ebenfalls heute veröffentlichten Ranking des Global Financial Centres Index (GFCI) scheint Wien als österreichischer Vertreter erst im Mittelfeld auf. In Europa führt zwar weiter London, das auch weltweit hinter New York Platz zwei belegt. Frankfurt hat aber vom Brexit profitiert und sich zum wichtigsten Finanzplatz in Kontinentaleuropa aufgeschwungen und ist weltweit auf Rang neun aufgestiegen, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters.

Wegen des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) zog es in den vergangenen Jahren zahlreiche Banken nach Frankfurt. Nach Angaben der Finanzaufsicht BaFin wurden fast 60 Lizenzen für Finanzinstitute und Versicherungskonzerne vergeben, die ihren Hauptsitz von London in die hessische Landeshauptstadt verlegten. Tausende neue Jobs sind in der Region entstanden. Außerdem verlegten international tätige Institute wie JPMorgan Vermögenswerte nach Frankfurt.

Hinter New York und London folgen die asiatischen Zentren Shanghai, Hong Kong, Singapur, Peking, Tokyo und Shenzhen. Damit ist China unter den Top-8 mit drei Städten vertreten, die USA nur mit einer.

Das Ranking wird halbjährlich vom Beratungshaus Z/Yen Group erhoben, diesmal zum 29. Mal. Weltweit wurden 126 Finanzzentren untersucht nach Kriterien wie Infrastruktur, Rechtssicherheit, Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften und Lebensqualität.

Von: apa

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