Österreichs Polizei geht mit der Zeit

Österreichs Polizisten bekommen Dienst-iPhones und iPads

Dienstag, 29. August 2017 | 15:26 Uhr

Ab 4. September erhält schrittweise jeder Polizist in Österreich ein Dienst-iPhone. In jeder Polizeiinspektion soll mindestens ein iPad zur Verfügung stehen. Bis Ende 2019 soll die Vollausstattung abgeschlossen sein, kündigte Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien an. Die Kosten für die “mobile Polizei-Kommunikation” belaufen sich auf 15 bis 20 Mio. Euro.

In einer ersten Phase soll zunächst ein Drittel der Polizisten bis Ende August 2018 ihre Diensthandys bekommen. Gemeinsam mit den bei Einsätzen nach wie vor als Hauptkommunikationsmittel verwendeten Funkgeräten sollen die mobilen Geräte für einen schnelleren und effizienteren Informationsfluss sorgen. Auch für die Bürger seien die Beamten dann rascher und unkomplizierter erreichbar, hieß es im Innenministerium (BMI). Inhalte würden sich einfacher platzieren lassen, die Bevölkerung könne “treffsicher” und verlässlich informiert werden.

Auf den Geräten wird es mobile Anwendungen für die Polizeiarbeit geben, etwa einen dienstlichen Messenger, mit dem Dateien und Fotos versandt werden können. Außerdem gibt es eine App für die mobile Personen- und Fahrzeugkontrolle bzw. Datenbankabfragen. Ab 4. September werden etwa das Zentrale Personenstandsregister sowie das Fremdenregister auf den Mobilgeräten zugänglich sein. Tatort- und Fahndungsfotos sollen per verschlüsselter App in Zukunft rascher und mit weniger dazwischenliegenden Schnittstellen übermittelt werden können. Außerdem wolle man dem Verlust von Daten stärker vorbeugen, erklärte Konrad Kogler, noch Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit.

Mit dem “Mobile-Device-Management” werden Berechtigungen, Benutzerprofile sowie Geräte- und App-Verwaltung zentral gesteuert, wodurch das BMI garantieren will, dass dienstliche Daten vor dem Zugriff durch Unbefugte geschützt werden. Eine private Nutzung der Dienst-iPhones wird den Polizisten explizit erlaubt.

Die Übertragung wie auch die Trennung zwischen öffentlichen und dienstlichen Apps erfolgen laut BMI über moderne Verschlüsselungen. Alle mit dienstlichen Apps erzeugten Daten werden auf zentralen BMI-Servern abgelegt und stehen den Beamten auch auf ihrem Büro-Computer zur Verfügung. Auf dem Smartphone dürfen frei Apps installiert werden, am iPad soll es eine “Whitelist” von erlaubten Anwendungen geben. Bei den ausgegebenen Smartphones handelt es sich um das Modell “iPhone 7” mit 32 GB Speichervolumen, Rundumseitenrahmen sowie Panzerfolie. Rollout und Verwaltung der Geräte erfolgt durch A1.

Nicht nur bei der Verbrechensbekämpfung, auch in Sachen Kommunikation solle die Polizei auf der Höhe der Zeit sein, konstatierte Sobotka. Die Entscheidung für die Apple-Geräte und das Betriebssystem iOS begründete Generalmajor Jürgen Doleschal mit der bestmöglichen Datensicherheit. Man habe sich während der einjährigen Vorbereitung auf das Projekt zudem an internationalen Beispielen wie den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland orientiert. Um die Sicherheit kümmere sich das Innenministerium, hielt Doleschal fest. Ausschließen könne man etwa Hackerangriffe allerdings nie. Daten würden jedenfalls nicht auf dem Smartphone selbst liegen.

Mit den Apple-Geräten sei auch eine Gesichtsfelderkennung sowie die Aufnahme von biometrischen Daten möglich, betonte Sobotka: “Das ist wichtig für uns und macht unsere Arbeit effizienter.” Denn Methoden wie die Gesichtsfelderkennung würden “bei uns auch ein Thema werden”, so der Minister. Die Gesamtkosten von 15 bis 20 Millionen Euro seien aus dem Budget finanzierbar.

Von: apa