Nahezu alle Wirtschaftsbereiche über Vor-Corona-Niveau

Österreichs Wirtschaft wuchs im 2. Quartal um 6,0 Prozent

Donnerstag, 01. September 2022 | 11:12 Uhr

Die österreichische Wirtschaft ist heuer im zweiten Quartal um 6,0 Prozent gewachsen. Damit lag die Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent über jener des ersten Quartals und um 3,8 Prozent über dem Vergleichsquartal des Jahres 2019, also vor der Coronapandemie. Das wirtschaftliche Umfeld sei dabei weiterhin von multiplen Krisen geprägt, sagte Statistik-Austria-Generaldirektor Tobias Thomas und verwies auf die Inflation, den Krieg in der Ukraine und die Coronapandemie.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres legte die Wirtschaftsleistung noch um 10,2 Prozent zu. “Österreichs Wirtschaft wächst also weiter, wenn auch etwas weniger dynamisch”, sagte der Statistik-Austria-Chef in einem Online-Pressegespräch am Donnerstag. Fast alle Wirtschaftsbereiche trugen zum Wachstum bei: Hier sei vor allem die Industrie zu nennen, also etwa Bergbau, Herstellung von Waren und Energie, mit einem Wachstum von 5,2 Prozent, der Handel mit einem Plus von 3,1 Prozent und die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen auch Beratung und Leiharbeit gehören, mit 4,4 Prozent Wachstum.

Besonders markant seien auch die Wachstumsraten im Bereich Verkehr mit 21,9 Prozent. Der Bereich Beherbergung und Gastronomie, der im vergangen Jahr aber noch von Corona-Maßnahmen betroffen war, legte heuer im zweiten Quartal um 77,2 Prozent zu.

Die Coronapandemie sei noch nicht vorbei, sagte Thomas, die Wirtschaftsleistung liege aber dennoch weiterhin über dem Vorkrisenniveau. “Nahezu alle Branchen haben das Vorkrisenniveau bereits zum Teil deutlich überschritten”, so der Statistiker.

Die Inflation lag im August laut Schnellschätzung der Statistik Austria bei 9,1 Prozent, nach 9,3 Prozent im Juli. “Sie verharrt damit auf hohem Niveau”, sagte Thomas. Die massiven Preissteigerungen des vergangenen Jahres folgen dabei auf eine langen Periode sinkender Inflationsraten: Lag die Teuerungsrate in den 1970er-Jahren noch bei durchschnittlich 6,5 Prozent, sank sie in den darauffolgenden Jahrzehnten kontinuierlich. In den 2010er-Jahren stiegen die Preise durchschnittlich um 1,8 Prozent. Ab dem Jahr 2021 stieg die Inflationsrate wieder an. Die aktuellen Preistreiber sind vor allem der Verkehr, etwa Treibstoffe oder Flugtickets, Wohnen, hier besonders Heizen und Instandhaltung, und Nahrungsmittel, zum Beispiel Fleisch und Milchprodukte.

Auch der Außenhandel lag im zweiten Quartal deutlich über dem Vorkrisenniveau, gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahrs 2021 ergab sich ebenfalls ein Plus von 23,7 Prozent importseitig und 18,9 Prozent exportseitig. Ein Gutteil der Steigerungen gehe dabei auf die höheren Import- und Exportpreise zurück. Der Wert der Gasimporte legte in den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres etwa um 251,0 Prozent zu, die importierte Menge sank unterdessen aber um 23,6 Prozent.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz