Kunden neigen dazu, nur besonders positive oder negative Reaktionen mitzuteilen

Online-Bewertungen sind meist Zerrbilder

Dienstag, 14. Januar 2020 | 13:45 Uhr

Ein Blick auf die Kommentare, Sterne oder Durchschnittsnoten – und schon glaubt man, das tollste Produkt, das schönste Hotel oder den besten Dienstleister zu kennen. Doch der Schein trügt nicht selten.

Online-Bewertungen dienen vielen als Orientierungshilfe – sie liefern oft aber nur ein Zerrbild. Es sei fraglich, ob solche Bewertungen ein repräsentatives Bild der Realität abgeben, gibt die Verbraucherschützerin Tatjana Halm zu bedenken.

Wissenschafter der Technischen Universität Dortmund haben herausgefunden, dass Kundenbewertungen beispielsweise die Qualität von Elektronikprodukten nicht gut widerspiegeln. Das Fazit von Studienautor Sören Köcher: “Man sollte sich eher nicht auf die durchschnittlichen Bewertungen als Qualitätsindikator verlassen.”

Bei den etwa 1.300 verglichenen Elektroprodukten fanden sich kaum Übereinstimmungen zwischen professionellen Urteilen der Stiftung Warentest und Bewertungen von Amazon-Kunden.

Am besten nur Einzelbewertungen durchlesen

Käufer und Kunden tendierten dazu, nur besonders positive oder negative Reaktionen mitzuteilen. “Deshalb finden wir recht selten mittlere Bewertungen mit drei oder zwei Sterne”, erklärt Köcher. Nutzer hätten in diesem Fall schlicht keine Motivation zu schreiben.

Der Forscher empfiehlt, sich Einzelbewertungen durchzulesen und nicht auf die berechnete Gesamtwertung zu schauen. Schlechte Bewertungen sind häufig emotionale Reaktionen. “Möglicherweise sind das Sachen, die überhaupt gar nichts mit dem Produkt zu tun haben, wie Verpackungsschäden oder eine verspätete Lieferung”, erklärt er.

Von: APA/dpa

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