Der Shopping-Boom bei Amazon lässt nach

Online-Shopping-Boom bei Amazon lässt nach

Freitag, 30. Juli 2021 | 09:14 Uhr

Der weltgrößte Online-Händler Amazon rechnet nach Rekorderlösen in der Coronakrise mit einem Abflauen des Shopping-Booms im Internet. Der Konzern stieß Anleger am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit einer überraschend verhaltenen Prognose für das laufende Vierteljahr vor den Kopf.

Die Aktie geriet nachbörslich zeitweise mit mehr als 7 Prozent ins Minus. Kein optimaler Einstand für den neuen Vorstandschef Andy Jassy, der das Spitzenamt Anfang des Monats erst von Konzerngründer Jeff Bezos übernahm.

Im abgelaufenen zweiten Quartal profitierte Amazon zwar weiter vom Trend zum Einkauf im Internet und florierenden Cloud-Diensten, verfehlte die hohen Markterwartungen aber dennoch. In den drei Monaten bis Ende Juni steigerte der Konzern den Nettogewinn im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar (6,6 Mrd. Euro). Die Erlöse wuchsen um 27 Prozent auf 113,1 Mrd. Dollar und knackten im dritten Quartal in Folge die 100-Milliarden-Marke. Im Heimatmarkt Nordamerika lag das Wachstum aber nur bei 22 Prozent.

Angesichts der ohnehin schon hohen US-Verbraucherausgaben und der diesmal ins zweite Quartal vorgezogenen Rabattschlacht “Prime Day” hatten Analysten mit besseren Geschäften gerechnet. Für Enttäuschung sorgte aber besonders die Prognose für das laufende Vierteljahr. Der Konzern stellte Erlöse von bis zu 112 Mrd. Dollar in Aussicht, was einer deutlichen Abschwächung des Wachstums auf maximal 16 Prozent entspricht – für Amazons Verhältnisse bescheiden. Finanzchef Brian Olsavsky betonte in einer Konferenzschaltung, dass die Messlatte durch die starken Ergebnisse im Vorjahr besonders hoch liege.

Angesichts zunehmender Corona-Impfungen dürften die Leute laut Olsavsky auch wieder stärker im klassischen Einzelhandel einkaufen gehen – wenngleich die grassierende Delta-Variante des Virus inzwischen wieder für neue Ungewissheit sorgt. Amazons Investoren müssen sich jedenfalls auf Abstriche einstellen. Allerdings wies die Bilanz auch einige große Stärken auf. So erhöhte Amazons – wegen ihrer hohen Gewinnspannen äußerst lukrative – Cloud-Plattform AWS, die vielen Unternehmen und Apps IT-Dienste und Speicherplatz im Netz bietet, die Erlöse um kräftige 37 Prozent auf 14,8 Mrd. Dollar.

Zudem entwickelt sich das Geschäft mit Online-Werbung zu einer immer wichtigeren Ertragsstütze. Die Sparte, in der die entsprechenden Einnahmen ausgewiesen werden, steigerte den Umsatz im jüngsten Quartal um 87 Prozent auf 7,9 Mrd. Dollar. Es war das letzte volle Vierteljahr, in dem Konzerngründer Jeff Bezos als Vorstandschef die Geschäfte führte. Am 5. Juli reichte der Top-Manager das Zepter an Jassy weiter, der zuvor für die Cloud-Dienste verantwortlich war. Als Vorsitzender des Verwaltungsrats dürfte der Einfluss von Bezos im Konzern allerdings auch in Zukunft weiterhin groß bleiben.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Online-Shopping-Boom bei Amazon lässt nach"


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Hupsstupspups
Hupsstupspups
Tratscher
1 Monat 26 Tage

Ja! Weil ich kein Geld mehr habe was zu bestellen bei Amazon!! Deswegen wird Amazon weniger verdienen!!

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Du alleine wirst sie schon nicht in den Ruin treiben, mach dir mal keine zu großen Gedanken – sonst kannst du nicht mehr ruhig schlafen…

Sellbol
Sellbol
Grünschnabel
1 Monat 26 Tage

Es gab Zeiten wo Amazon im Vergleich zu anderen Anbietern günstiger war.

Tratscher
1 Monat 26 Tage

Stimmt. Preistracker und Vergleichsportale sollten immer zu Rate gezogen werden. Außerdem sind gewisse Prodruktgruppen im Internet immer teurer als im Geschäft (solche mit großem Volumen aber geringem Wert z.B.).

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 25 Tage

@ Sellbol
stimmt denn wenn man genauer hinschaut sind die meisten Angebote sogar überteuert,man glaubte wohl mit der Geduld
der Kunden zu spielen,das wird wohl der Anfang vom Ende sein.

Lorietta12345678
Lorietta12345678
Superredner
1 Monat 26 Tage

Viel zu viele gefälschte Produkte und ausserdem teurer geworden. Ausserdem möchte man das Produkt sehen und bei Bekleidung anfassen können. Schuhe und Bekleidung online geht gar nicht.

So ist das
1 Monat 26 Tage

Abwarten, der nächste Lockdown kommt bestimmt 😂😂😂

Kinig
1 Monat 25 Tage

Das Geschäft wird im Lockdown im November schon wieder anziehen

KoanTiroler
KoanTiroler
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

Guat so! Wermor net des Weltall-hansl es Geld geben sondern insere Leit do! #shoplocal

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 25 Tage

Hallo zum Wochenende,

bei mir persönlich ist es ein “Sättigungseffekt”, hab eigentlich alles was ich zum Leben benötige,Küche,Haushalt,Werkzeug,Bekleidung.
Hab nie Gelump gekauft und hochwertiges Zeugs hält eben Jahrzehnte.

Wird vielen ähnlich gehen, Geld wird jetzt ausgegeben für Reisen und Lebensfreude.
Manche horten auch Geld für “schlechte Zeiten”.
Das ist vernünftig, die Würmer im Grab akzeptieren nur Bargeld.

Anderen hat ein gewisser Irrsinn unserer Zeit Lebensgrundlage und Existenz geraubt.Da Amazon keine Armenküchen betreibt fallen diese nicht wenigen Leute als Kunden auch aus.

Ein schönes Wochenende nach Südtirol gewünscht

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