Barkindo nimmt die USA in die Pflicht

OPEC-Generalsekretär fordert US-Beteiligung an Öl-Drosselung

Dienstag, 10. Oktober 2017 | 09:28 Uhr

OPEC-Generalsekretär Mohammed Barkindo hat Schieferöl-Produzenten in den USA aufgefordert, sich an der Drosselung der weltweiten Ölförderung zu beteiligen. Er bat “unsere Freunde in den Schieferbecken von Nordamerika dringend, diese gemeinsame Verantwortung mit der ihr gebührenden Ernsthaftigkeit als eine der wichtigen Lehren aus dem aktuellen einmaligen Angebots-gesteuerten Zyklus zu übernehmen”.

Barkindo erinnerte am Dienstag auf einem Branchenforum in Neu Delhi an eine diesbezügliche internationale Vereinbarung. Im kommenden Jahr könnten dem Vertreter der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zufolge “außerordentliche Maßnahmen” notwendig sein, um ein Marktgleichgewicht auch auf längere Sicht zu erhalten, erklärte er.

Während die OPEC und andere Öl-Staaten wie Russland heuer das Angebot zurückgefahren haben, um den Ölpreis zu stützen, legte die Produktion in den USA um fast zehn Prozent zu. Dies ging vor allem auf Schieferöl-Produzenten zurück. Barkindo sagte, er hoffe, dass neue Produzenten generell die Förderbegrenzung mittragen werden.

Saudi-Arabien hatte vergangene Woche mitgeteilt, keine neuen Turbulenzen am Ölmarkt durch Schieferöl aus den USA zu befürchten. Der Markt habe sich nach der Vereinbarung auf eine Förderbremse gefestigt und könne die zusätzlichen Mengen verkraften, sagte Energieminister Chalid al-Falih.

Die OPEC und elf weitere Staaten wie Russland haben eine Förderbremse beschlossen, die bis März bestehen soll. Damit soll der Ölpreis stabilisiert werden, der Anfang 2016 vor allem wegen eines Überangebots auf dem Weltmarkt auf unter 30 Dollar (rund 25 Euro) je Fass abgestürzt war.

Von: APA/ag.

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