Neuigkeiten in Sachen Immobilienfonds „Dolomit“

Pilot-Klage vor dem Bozner Landesgericht

Samstag, 13. Juni 2015 | 17:04 Uhr

Bozen – In der von vier Sparern eingereichten Pilot-Klage gegen die Südtiroler Sparkasse in Sachen Dolomit-Fonds hat Richter Simon Tschager bei der Verhandlung vom 5. Juni wichtige Beweismittel zugelassen. Darauf macht die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) in einer Aussendung aufmerksam.

In der für den 18. November angesetzten Verhandlung werden die Zeugen unter anderem zu folgenden Punkten befragt werden. Erstens: ob die Angestellten der Sparkasse angegeben hatten, dass der Verkauf der Dolomit-Quoten vor der natürlichen Fälligkeit unter Umständen größere Verluste des investierten Kapitals mit sich bringen könnte. Zweitens: ob die Angestellten der Sparkasse angegeben hatten, dass über die gesamte Dauer der Investition der Preis der Quoten des Fonds starke und häufige Schwankungen erfahren könnte. Drittens: ob die Angestellten der Sparkasse den Sparern mitgeteilt hatten, dass die Investition in Quoten des Dolomit-Fonds eine Rendite von vier bis 4,5 Prozent abwerfen würde. Und viertens: ob die Angestellten der Sparkasse über die spezifischen Unangemessenheits-Profile der Investition in Quoten des Dolomit-Fonds informiert hatten.

Das sind nur vier der sechzehn Fragen, die den Zeugen gestellt werden. Insgesamt wurden von den Sparern über 20 Zeugen benannt. Der Richter behalte sich vor, nach Anhörung der Zeugen ein technisches Gutachten zu fünf der von den Sparern eingebrachten sowie zu den von der Sparkasse eingebrachten Befragungs-Punkten erstellen zu lassen, erklärt die VZS.

„Betrachtet man den vom Richter erstellten Verhandlungskalender könnte die Verhandlung, nachdem die zahlreichen Zeugen gehört wurden und das technische Gutachten erstellt wurde, Ende 2017 oder im Lauf von 2018 abgeschlossen sein“, vermuten die Verbraucherschützer.

Laut Verbraucherzentrale Südtirol (VZS), die die Sparerinnen und Sparer gemeinsam mit RA Cerniglia betreut, zeigt die Anordnung des Gerichts deutlich dass die Gerichtsbehörde die Angelegenheit des „Dolomit-Fonds“, die den Sparern Verluste bis zu fast 40 Prozent eingebracht habe, gründlich und umfänglich untersuchen wolle. In der VZS hofft man jedoch, dass die Sparkasse gewillt ist, die Angelegenheit, die zahlreiche Sparerinnen und Sparer in Südtirol betrifft, im Vergleichsweg zu lösen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen