Ärztekongress der Therme Meran

Potenzial des Thermalwassers bei Behandlung von Antibiotikaresistenzen erforscht

Montag, 12. September 2022 | 12:28 Uhr

Meran – Vergangenen Samstag fand im Hotel Therme Meran ein Kongress für Mediziner statt, welcher Thermaltherapien bei unterschiedlichen Krankheitsbildern, deren Wirkung und Einsatz sowie Diagnosefragen beleuchtete. Eine der Haupterkenntnisse: die positive Wirkung des Thermalwassers bei der Behandlung von Antibiotikaresistenzen.

„Wir haben in der Therme Meran eine völlig neue Entdeckung gemacht, die revolutionäre Auswirkungen auf die Behandlung von Atemwegserkrankungen haben könnte: die wirksame Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen“, bringt es der Sanitätsdirektor der Therme Meran, Dr. Salvatore Lo Cunsolo, auf den Punkt: „Wir haben gezeigt, dass der Kontakt mit Thermalwasser die Bildung von bakteriellen Biofilmen hemmt, welche die Ursache für chronische Krankheiten, einen erhöhten Antibiotikaverbrauch und ein erhöhtes Risiko der bakteriellen Resistenz gegen Antibiotika sind. Dies ist eine mehr als revolutionäre Neuerung, die wir weiter erforschen wollen.“

Kongress mit internationalen Kapazitäten aus Wissenschaft und Forschung

Beim akkreditierten Kongress mit 8 CME-Fortbildungspunkten für Ärzte waren international anerkannte Kapazitäten aus Wissenschaft und Forschung mit dabei. Prof. Desiderio Passali, ehemaliger Direktor der HNO-Klinik der Universität Siena und Präsident der internationalen Föderation der HNO-Gesellschaften leitete eine Diskussionsrunde über moderne Diagnoseverfahren. Prof. Roberto Mattina, Direktor der Abteilung für biomedizinische, chirurgische und zahnärztliche Wissenschaften der Universität Mailand referierte über die Strategie zur Bekämpfung von Biofilm und bakterieller Resistenz mittels Thermalwasser. Prof. Ralph Mösges, Leiter des Instituts für Medizinische Statistik, Informatik und Epidemiologie der Universität Köln sprach über Thermaltherapien und nasale Allergie. Prof. Metin Onerci, Professor für HNO und Kopf- und Halschirurgie an der „Hacettepe“ University in Ankara und Generalsekretär der International Rhinology Society, berichtete über mögliche Komplikationen der Rhinosinusitis. Prof.in Luisa Maria Bellussi von der HNO-Universität Siena und Präsidentin der italienischen Gesellschaft für HNO-Heilkunde für Kinder referierte über Thermaltherapien in Zusammenhang mit Pharyngotonsillitis. Weiters sprach Prof. Gaetano Motta, Direktor der Klinik für HNO und der Abteilung für Allgemein- und Fachchirurgie an der Universität „Luigi Vanvitelli“ in Neapel über das Thema Mittelohrenentzündung. Dr. Luca Calabrese, Leiter der HNO-Abteilung des Krankenhauses Bozen, referierte über Laryngitis. Primar Dr. Roberto Magnato von der HNO-Abteilung im Krankenhaus Meran berichtete über Rhinosinusitis. Prof.in Maria Pia Villa von der Fakultät für Medizin und Psychologie der Universität „Sapienza“ in Rom beschäftigte sich in ihrem Referat mit Thermaltherapien im Kindesalter und Prof. Antonio Sanna, Direktor SOS Pneumologie und Bronchialendoskopie am Krankenhaus „San Giuseppe“ in Florenz, sprach über Thermaltherapien in der Pulmologie. Der Kongress stand unter der Schirmherrschaft der Fakultät für Biomedizin, Chirurgie und Zahnmedizin der Universität Mailand, der Italienischen Gesellschaft für Rhinologie sowie der Societas ORL Latina.

„Eine internationale Tagung wie diese bietet die Möglichkeit, verschiedene Kulturen und damit auch verschiedene Ansätze zu gemeinsamen Themen zu vergleichen. Gerade auf solchen Treffen entstehen neue Forschungsimpulse“, erklärt Sanitätsdirektor Dr. Salvatore Lo Cunsolo. So hat die aktuelle Tagung den Grundstein dafür gelegt, das Forschungsfeld zu erweitern, indem Moleküle mit einbezogen werden, um eine mögliche gegenseitige Verstärkung im Kampf gegen bakterielle Biofilme zu untersuchen.

Funktion der Therme Meran als Kompetenzzentrum für Gesundheit und Wohlbefinden

Der Medizinisch-Wissenschaftlichen Koordinierungsgruppe ist es ein großes Anliegen, die Therme Meran als Südtiroler Kompetenzzentrum für Gesundheit und Wohlbefinden zu festigen und international vor allem auch im medizinisch-wissenschaftlichen Bereich zu positionieren. Dr. Salvatore Lo Cunsolo: „Wir kommen ein- bis zweimal im Jahr zusammen, um die Forschungsprojekte zu koordinieren. Eines ist sicher: Das Thermalwasser überrascht uns immer mehr aufgrund seiner therapeutischen Potenziale, hier gibt es noch viel zu erforschen.“

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

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