Schwache Börsen schlagen sich aufs Geldbörserl nieder

Privates Finanzvermögen wuchs 2018 kaum

Mittwoch, 17. April 2019 | 12:20 Uhr

Das Finanzvermögen der heimischen Privathaushalte ist voriges Jahr wegen der schwachen Börsen kaum gewachsen. Es legte nur um 1 Prozent auf 661,2 Mrd. Euro zu, wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Mittwoch mitteilte. Trotz 13 Mrd. Euro an Neuinvestitionen gab es im vierten Quartal Wertpapierkursrückgänge. Täglich fällige Einlagen waren ungeachtet der Niedrigzinsen am gefragtesten.

In Form täglich fälliger Einlagen legten die Haushalte 18,3 Mrd. Euro neu an, zogen aber gleichzeitig gebundene Einlagen in Höhe von 6,2 Mrd. Euro ab. Damit stieg das Volumen täglich fälliger Einlagen um 153,6 Mrd. Euro. Mit immerhin 23 Prozent Anteil an den gesamten Finanzvermögen waren sie weiter das beliebteste Anlageinstrument. Die Sparquote zog – vor allem einkommensbedingt – laut Statistik Austria auf 7,4 Prozent an, womit das letztjährige Tief von 6,8 Prozent überwunden wurde.

Gebremst worden sei der Vermögensaufbau durch buchwertmäßige Preisverluste des Wertpapierportfolios sowie aus Lebensversicherungen und Pensionskassenansprüchen im Gesamtausmaß von 8,9 Mrd. Euro, so die OeNB. Der Bestand an verzinslichen Wertpapieren wurde weiter abgebaut (um 6 Prozent oder 1,7 Mrd.) auf 29,2 Mrd. Euro. Damit setzte sich der Trend der letzten Jahre fort, wobei 2018 auch negative Kurseffekte von 0,5 Mrd. Euro zur Reduktion beitrugen.

2018 erlitten heimische Privatanleger bei börsennotierten Aktien Kursverluste von elf Prozent, womit sich der Bestand von 25,2 Mrd. auf 22,4 Mrd. Euro verringerte. Bei Investmentzertifikaten kam es kursbedingt zu Einbußen von 7,2 Prozent, das war laut OeNB doppelt so viel wie das neu veranlagte Volumen. Damit verringerte sich der Bestand von 59,5 Mrd. auf 57,3 Mrd. Euro. Der Aktienanteil am gesamten Finanzvermögen sank so auf nur 3,4 Prozent, jener der Investmentzertifikate betrug 8,7 Prozent.

Im Zeitraum 2012 bis 2017 verbuchten die Privathaushalte laut OeNB kumuliert rund 15 Mrd. Euro an Kursgewinnen aus Aktien und Investmentfonds – demgegenüber standen 7,1 Mrd. Euro Kursverluste allein 2018, womit rund die Hälfte der seit 2012 aufgebauten Marktwertsteigerungen in dem einen Jahr verlorenging.

Verschuldet haben sich Österreichs Haushalte im Jahr 2018 per saldo um 5,4 Mrd. Euro – und damit etwas mehr als im Jahr davor. Rund 60 Prozent (oder 3,3 Mrd. Euro) davon entfielen auf Wohnbaukredite; darin spiegle sich das anhaltende Interesse an Immobilien wider. Das Volumen der Verpflichtungen lag Ende 2018 bei 191,7 Mrd. Euro (inklusive sonstiger Verbindlichkeiten), wobei Wohnbaukredite mit 72,5 Prozent weiterhin die wichtigste Kategorie der Verbindlichkeiten darstellten.

Von: apa

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