RAG holt über Pipeline aus Ukraine Wasserstoff

RAG Austria und Bayerngas holen Wasserstoff aus der Ukraine

Mittwoch, 05. Mai 2021 | 10:49 Uhr

In einer neuen Partnerschaft bringen die EVN-Tochter RAG Austria und die deutsche Bayerngas künftig einen in der Ukraine aus Solar- und Windstrom produzierten Wasserstoff nach Mitteleuropa. Dazu wurde nun gemeinsam mit anderen Partnern die Absichtserklärung unterzeichnet. Mit dem Projekt “H2EU+Store” wolle man einen wesentlichen Beitrag zum Ausbau der Wasserstoffnutzung in Europa leisten, hieß es am Mittwoch.

Konkret will man Kapazitäten für eine erneuerbare Strom- und Wasserstoffproduktion in der Ukraine schaffen und den Ausbau der Speichervolumina in Österreich und Deutschland sowie Adaptierungen für den Gastransport nach Zentraleuropa vornehmen. Mit an Bord sind neben RAG Austria und Bayerngas auch die bayernets GmbH, Eco-Optima LLC und Open Grid Europe. Die RAG Austria ist das größte Gasspeicher- und Energiespeicherunternehmen in Österreich.

Der in der Westukraine produzierte grüne Wasserstoff (H2) soll “in für Europa signifikanten Dimensionen” ins internationale Gastransportnetz der Westukraine eingespeist und über die Gaspipelinesysteme der Slowakei und Österreichs zu den Energiespeichern der RAG Austria transportiert werden, erklärte das Unternehmen in einer Aussendung. Denn die bestehenden und künftigen RAG-Energiespeicher in Österreich würden sich hervorragend für die Speicherung von H2 eignen, so RAG-Austria-Chef Markus Mitteregger. Klimaneutraler und damit grüner, aus Sonne und Wind in der Ukraine produzierter Wasserstoff könne dann zur bedarfsgerechten saisonalen Strukturierung der heimischen und europäischen Energieversorgung genutzt werden.

Anschließen wird “H2EU+Store” direkt an der Landesgrenze zu Deutschland am Grenzpunkt Überackern/Burghausen an das Wasserstoffnetz-Vorhaben “HyPipe Bavaria” von bayernets und Open Grid Europe zur Nutzung bestehender Transportleitungen oder Leitungs-Trassen. So könne “gemeinsam in naher Zukunft mit dem Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in Bayern begonnen werden”, wird bayernets-Geschäftsführer Matthias Jenn zitiert.

Dieses Infrastrukturprojekt sei unabdingbar für die künftige Sicherung der Energieversorgung in Österreich und Deutschland – nur so werde das ganze Jahr über ausreichend grüne Energie für Strom, Wärme, Industrie und Mobilität bereit stehen, so der RAG-Austria-CEO. Gase seien Teil der Lösung, um die Klimaziele zu erreichen, die europäischen Industriestandorte zu sichern und die Wärmeversorgung langfristig sicherzustellen, sagte Bayerngas-Geschäftsführer Günter Bauer.

H2 müsse in entsprechender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen zur Verfügung stehen, damit er bei der Transformation des Energiesystems in Europa die ihm angedachte Rolle erfüllen könne, heißt es. Zusätzlich zur lokalen H2-Produktion in Deutschland und der EU sei ein Import einer signifikanten Menge von grünem Wasserstoff zur Bedarfsdeckung unerlässlich.

Im Festlandbereich Europas biete die Ukraine beste Voraussetzungen für eine großskalierbare, grüne H2-Produktion. Das Land kombiniere ein enormes Potenzial für Stromproduktion aus Photovoltaik (PV) und Wind mit dem Zugang zu bestehender überregionaler Gasinfrastruktur für den Transport von H2 nach Zentraleuropa. Das decke sich mit der Wasserstoff-Strategie der EU, in der die Ukraine als einer der primären Partner für den Rollout gesehen werde. Die Industriepartnerschaft “H2EU+Store” unterstützte diese EU-Strategie, nun sei die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen für eine rasche Umsetzung dieser Initiative zu schaffen.

Von: apa

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