Audi-Werk Neckarsulm

Razzia in Audi-Werken wegen Abgas-Affäre

Dienstag, 06. Februar 2018 | 12:44 Uhr

Staatsanwälte haben am Dienstag erneut die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm durchsucht. Nach den bisherigen Ermittlungen wegen Abgasmanipulationen in den USA, rückten jetzt auch in Europa verkaufte Autos mit Sechszylinder-Dieselmotoren in den Fokus der Ermittler, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft mit.

Der Kreis der Beschuldigten umfasse inzwischen 14 Menschen. Aktuelle oder ehemalige Vorstandsmitglieder von Audi seien nicht darunter. Audi erklärte, “vollumfänglich” mit den Behörden zu kooperieren.

Zuvor hatte der Rechercheverbund von “Süddeutscher Zeitung”, Norddeutschem Rundfunk (NDR) und Westdeutschem Rundfunk (WDR) über die Razzia berichtet. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Audi, in den USA und Europa ab 2009 mindestens 210.000 Dieselautos mit Schummelsoftware verkauft zu haben. Seit einem Jahr ermittelt sie wegen Betrugs und strafbarer Werbung. Dienstagfrüh durchsuchten 18 Staatsanwälte sowie zahlreiche Beamte des bayerischen und baden-württembergischen Landeskriminalamtes Audi-Räume in Ingolstadt und Neckarsulm und eine Privatwohnung in Baden-Württemberg.

Vor einer Woche erst hatte die Staatsanwaltschaft die Wohnungen von sechs Audi-Technikern und Ingenieuren durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Als einziger Beschuldigter sitzt der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand weiterhin in Untersuchungshaft. Er wurde schon im September 2017 festgenommen. Eine Haftbeschwerde ist derzeit beim Oberlandesgericht München anhängig. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen.

In einer spektakulären Aktion hatte die Staatsanwaltschaft München am 15. März 2017 während der Jahres-Pressekonferenz von Audi-Chef Rupert Stadler in Ingolstadt die Konzernzentrale durchsucht. Neben dem Ermittlungsverfahren führt die Staatsanwaltschaft auch ein Bußgeldverfahren gegen noch unbekannte Audi-Vorstände und gegen das Unternehmen.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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3 Kommentare auf "Razzia in Audi-Werken wegen Abgas-Affäre"


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anonymous
anonymous
Tratscher
14 Tage 4 h

Knast für die hohen Tiere ,mill von Menschen betrogen

Nico
Nico
Tratscher
14 Tage 3 h

wer hat da gesagt: “auf deutsche Autos ist immer Verlass? 😂

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
14 Tage 2 h

Vorsprung durch (Schummel)-Technik 🙈

Bin gespannt was bei der Sammelklage hier in Italien rauskommt. Vermutlich nichts

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