Ziel: Aktionen und Projekte gegen jede Form der Diskriminierung

Regionales Abkommen für Chancengleichheit

Mittwoch, 17. Juni 2015 | 16:04 Uhr

Bozen/Trient – Die Regionale Allianz für Chancengleichheit hat heute in der Öffentlichkeit das Kooperationsabkommen unterzeichnet, an dem sich die wichtigsten in Trentino-Südtirol im Bereich der Chancengleichheit tätigen Institution beteiligen, um Aktionen und Projekte gegen jede Form der Diskriminierung gemeinsam voranzutreiben.

„Kooperationsabkommen zur Errichtung der Regionalen Allianz für Chancengleichheit“ nennt sich die offizielle Absichtserklärung, die heute im Rosa Saal des Amtsgebäudes der Region von der Regionalassessorin Violetta Plotegher, der Landesrätinnen für Chancengleichheit der Provinzen Bozen und Trient, Martha Stocker und Sara Ferrari, den Präsidentinnen des Landesbeirats für Chancengleichheit der Provinz Bozen, Ulrike Oberhammer, bzw. der Provinz Trient, Simonetta Fedrizzi, sowie den Gleichstellungsrätinnen Michela Morandini (für Bozen) und Eleonora Stenico (für Trient) unterzeichnet wurde.

Die im September 2014 von der Regionalassessorin für Vorsorge, Violetta Plotegher, initiierte Regionale Allianz für Chancengleichheit ist das erste regionale Netzwerk zu diesem Schwerpunkt.

Die Unterzeichnung dieses Kooperationsabkommens bildet den offiziellen Rahmen für die gemeinsamen Zielsetzungen und Bestrebungen, nämlich die Förderung von Achtsamkeit in den Beziehungen zwischen Mann und Frau, Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen im Berufsleben, soziale Sicherheit, Harmonisierung von Berufs- und Privatleben, aber auch Förderung einer für Genderunterschiede offenen Erziehung.

„Ein wichtiges Vorhaben,“ betonte die Regionalassessorin Violetta Plotegher, „ist die Ausarbeitung von konkreten gesellschaftsrelevanten Lösungen vor allem in der Arbeitswelt. Ein spezifischer Schwerpunkt bildet dabei die Bewusstseinsbildung für die wirtschaftliche Unabhängigkeit und die soziale Sicherheit der Frau in jedem Lebensalter.“ Die Regionale Allianz für Chancengleichheit hat im Gebiet der Region bereits mehrere gemeinsame Initiativen ins Leben gerufen.

Im November 2014 wurde die erste Gelegenheit des Miteinanders und des Informationsaustausches in Seminarform unter dem Titel „Equal Pension Day“ organisiert. Die Genderunterschiede in der Beschäftigung und Entlohnung und demzufolge auch bei den Vorsorgebeiträgen wurden im Rahmen des Seminars hervorgehoben, um der Frauenarmut im Alter entgegenzutreten.

Anlässlich des Tages der Frau im März 2015 wurden die Fragen der weiblichen Armut und der Ausbeutung von Frauen im Rahmen eines Treffens unter Institutionen, Einrichtungen und Verwaltungsvertretern zum Thema „Frauenarmut und Frauenhandel“ vertieft. Besondere Anerkennung fand die gemeinsame Erfahrung der beiden Autonomen Provinzen mit dem regionalen Projekt ALBA zur sozialen und beruflichen Wiedereingliederung von ausgebeuteten Frauen.

Die Regionale Allianz für Chancengleichheit hat im Rahmen des Wirtschaftsfestivals 2015 in Trient eine Konferenz über „Geschlechterrollen, Emotionskodes und Machtdynamiken als Hindernisse für die soziale Mobilität“ organisiert. Bei der gut besuchten Konferenz wurde festgestellt, dass die soziale Mobilität der Frauen nicht nur von wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren eingeschränkt ist, sondern auch wegen der mangelnden Wertschätzung des mütterlichen Gefühlskodex in Gesellschaft und Beziehungen.

Die Regionale Allianz für Chancengleichheit setzt sich aus den institutionellen Vertreterinnen zusammen, die sich spezifisch mit dem Thema Chancengleichheit befassen; wer allerdings an der Allianz mitwirken will, kann sich ohne weiteres mit den Grundsätzen des Kooperationsabkommens einverstanden erklären.

Abschließend erklärte Violetta Plotegher: „Nun geht es darum, dass wir einzeln und gemeinsam daran arbeiten, die von uns allen mitgetragenen und unterzeichneten Grundsätze in konkrete Maßnahmen umzusetzen, dass jede von uns sich in ihrem Einflussbereich dahingehend einsetzt, Veränderungen herbeizuführen, die dem im Art. 3 der Verfassung gebotenen Auftrag gerecht werden, nämlich die Hindernisse wirtschaftlicher und sozialer Art zu beseitigen, die durch eine Einschränkung der Freiheit und Gleichheit der Staatsbürger der vollen Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und der effektiven Teilhabe aller an der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gestaltung des Landes im Wege stehen.“

Von: ©mk